"The best run businesses run SAP": von wegen!?

Durch euphorische SAP-Commercials, die 32% mehr Profitabilität bei SAP-Kunden verkünden, hat sich Nucleus Research zu einer Studie über den ROE von SAP-Kunden inspirieren lassen.

Und siehe da: die 81 Unternehmen auf der offiziellen SAP-Referenzliste liegen mit 12.6% ROE unter dem branchenübergreifenden Durchschnitt von 15.7%.

Besonders hart trifft es die Anwender von SAP/SCM, die im Mittel 40% weniger gut geschäften als Ihre Kollegen. Aber auch bei ERP- und CRM-Anwendern ist der Abstand mit 32% und 18% noch beträchtlich.

Wie alle nicht selber gefälschten Statistiken sind die Aussagen beider Studien mit äusserster Vorsicht zu geniessen.

SAP täte aber zweifellos gut daran, die eigene Zahlenbasis, die bisher unter Verschluss gehalten wird, offenzulegen. So liesse sich wenigstens nachvollziehen, wer wo Äpfel mit Birnen verglichen oder etwas kreativer gerechnet hat.

(via Andreas Göldi und Nicholas Carr)


eProcurement wird nicht konsequent eingesetzt

Die Netzwoche plaudert vorab aus dem Nähkästchen der FHNW-Studie "IT im Procurement 2006", die am 5.4. offiziell präsentiert wird.

Die Erkenntnisse sind einigermassen ernüchternd: eProcurement-Tools werden nur bei einer Minderheit der befragten "TOP200-Unternehmen der Schweiz" konsqeuent eingesetzt.

So richtig verbreitet sind nur die klassischen ERP-Komponenten Warenwirtschaft (bei 87.5% der Firmen vorhanden, bei 67% konsequent genutzt) und Reporting/Controlling (80% / 40% konsequent + 40% punktuell).

Die Anwendungen, die den Namen eProcurement auch wirklich verdienen, haben einen etwas schwereren Stand:

  • B2B-Integration (EDI usw.): bei 62,5% vorhanden, aber fast immer nur punktuell eingesetzt (wegen Schwierigkeiten bei der Einbindung der Partner!)
  • Lieferantenbewertung: 33% konsequente Nutzung, 28% punktell
  • Katalogmanagement-Tools (25%)
  • Desktop Purchasing für MRO-Güter (22%)
  • Contract Management (22% konsequent, 23% situativ)
  • RFx (Online-Ausschreibungen und -Auktionen): Tools bei 30% vorhanden, aber in den seltensten Fällen konsequent genutzt

Die Schwerpunkte der Projekte für die Weiterentwicklung spiegeln dieses Bild ziemlich exakt wieder. Es ist also kurzfristig nicht zu erwarten, dass sich die Rangliste der Anwendungen stark ändern wird

Aber immerhin: es wird weiter in die Thematik investiert!

(Die komplette Studie kann unter www.b2b-forum.ch bestellt werden.)

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