Audi will SRM bis 2009 massiv mehr nutzen

Audi konzentriert mit einem gross angelegten Projekt seine neue bisher in der Beschaffung eingesetzten IT-Systeme wo immer möglich auf SAP/SRM.

Mit Horizont 2009 wurden ambitiöse Ziele gesteckt:
  • 90% des gesamten Ausschreibungsvolumens werden online vergeben (heute 10%).
  • 60% der Katalogartikellieferanten werden im Gutschriftsverfahren abgerechnet (heute 5%).
  • 42% der Beschaffungsvorgänge erfolgen über katalogbasierte Tools (heute 15%).
  • Die Anteil der Rechnungen ohne Bestellbezug reduziert sich von 18% auf 10%.

Im Zuge der Neukonzeption der IT-Landschaft nimmt Audi bemerkenswerterweise auch kurzfristige Funktionalitätseinbussen in Kauf. So trennt man sich beispielsweise von Ariba, obwohl die entsprechenden SAP-Komponenten erheblich weniger bieten.

Schnittstellen werden praktisch nur noch zu Eigenentwicklungen und Legacy-Systemen gebaut.

Business Process Excellence im Supply Management: es geht nicht ohne IT!

Die e-procure-Keynote von Helmut Kruppke, Vorstandssprecher der IDS Scheer AG, war zunächst einmal ein ziemlich lustlos vorgetragenes Feuerwerk von überladenen Folien und Management-Speak in hoher Kadenz.

Unabhängig von diesem natürlich sehr subjektiven Eindruck waren aber folgende zwei Gedanken doch dokumentationswürdig:
  • USP heisst auch "unique processes" - Kernprozesse des Unternehmens, die einen wahren Wettbewerbsvorteil darstellen, werden immer massgeschneidert sein! Deshalb sollte die zum Einsatz kommende Software in der Lage sein, verschiedenste, auch mit externen Tools wie ARIS beschriebene Prozesse abzubilden (wie es zB die "Service Composition"-Komponente von SAP NetWeaver kann)
  • Mit der Implementierung geht's erst richtig los - Projekte sind nicht mit der Softwareeinführung abgeschlossen, sondern erst, wenn sich der gewünschte ROI auch tatsächlich einstellt. Messbarer Erfolg bedingt eine konsequente (wiederum IT-gestützte) Prozessdatenerhebung und -auswertung. Eine solide, aussagekräftige Datenbasis verhindert auch, dass beigezogene Berater für Analysen statt für Problemlösungen bezahlt werden müssen!

e-procure 2006: Vom Catalog Procurement zu Sourcing und Collaboration



Vom 16.-18.5. findet in Nürnberg die 2006er Ausgabe der e-procure statt, der einzigen mitteleuropäischen Messe, die sich auf elektronische Beschaffung konzentriert.

Wie Prof. Bogaschewsky, Professor an der Uni Würzburg und BME-Vorstand, bei der Begrüssung der rund 450 Kongressteilnehmer heute Morgen ausführte, zeigt der jährlich erhobene Stimmungsbarometer Elektronische Beschaffung schönes Wetter an.

Während beim katalogbasierten eProcurement eine gewisse Sättigung festzustellen sei ("wer will, der tut mittlerweile"), rolle in den Bereichen Sourcing und Collaboration eine "zweite Welle" des eProcurements an.

An der Fachmesse werden etwa 1700 professionelle Besucher erwartet.

Google: Neue Tools unterstützen den eMarketer

Google lanciert gleich zwei Tools, die für das Auffinden von guten Keywords und AdWords eine nützliche Hilfe sein können:

Google Trends stellt die zeitliche Entwicklung der Suchfrequenz von eingegebenen Keywords graphisch dar.
Mehrere Keywords können gleichzeitig aufgezeichnet und verglichen werden. Auch eine Begrenzung der Anzeige auf Orte, Regionen und Sprachen ist möglich.
Auftretende Spitzen werden zudem mit dazugehörigen News kommentiert - eine clevere Idee!
Leider steht die Funktion nur für Keywords mit einem hohen Suchaufkommen zur Verfügung, die Darstellung ist relativ (keine absoluten Werte), und laut Disclaimer kommen bei der Aufbereitung verschiedene Stichproben und Näherungen zum Zug.

Der Google AdWords Traffic Estimator erlaubt unverbindliche Keywordtrafficschätzungen ("Sandkastenspiele", siehe URL...), ohne dass diese in ein AdWords-Konto eingetragen werden müssen.

rechnung.de - Online-Dienst für rechtskonforme elektronische Rechnungen

Mit rechnung.de stellt das Systemhaus HQS in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesdruckerei und D-Trust einen Online-Dienst vor, mit dem der rechtskonforme Versand elektronischer Rechnungen auch für KMU in greifbare Nähe rückt.

(via ecin)

Die Lösung muss schon fast als genial bezeichnet werden:
  • Rechnungen werden statt auf Papier neu über einen speziellen lokal zu installierenden Druckertreiber (vergleichbar mit einem PDF-Generator) "gedruckt".
  • Die Dokumente werden an rechnung.de übermittelt, dort rechtskonform signiert und als PDF an eine im Ursprungsdokument eingebettete Email-Adresse geschickt.
  • Fehlt die Email-Adresse, kann der Versand auf Wunsch stattdessen auf dem Postweg stattfinden.

Der Dienst wird über mengenabhängige Monatspauschalen abgerechnet, für die ersten 6 Monate gibt es derzeit 50% Rabatt. Die Druck- und Versanddienstleistungen werden pro Dokument verrechnet.

Für die Direktanbindung von ERP-Systemen stehen verschiedene Integrationsszenarien zur Verfügung.

Wermutstropfen aus CH-Sicht: Das Angebot scheint sehr stark auf die rechtlichen Gegebenheiten in Deutschland zugeschnitten zu sein und dürfte deshalb vorerst nur für dortige Rechnungssteller in Frage kommen.

"Wikipatentia": Community soll US-Patentprüfern helfen

Die Prüfer des US-Patentamts sind laut eigenen Angaben unterbezahlt und hoffnungslos überlastet ("underpaid and overwhelmed"). Deshalb vergeben sie unter Zeitdruck unberechtigte Patente.

Nach dem Vorbild des Peer Reviewings von wissenschaftlichen Publikationen sollen die Beamten deshalb zukünftig während der Prüfungsphase von Experten aus allen Bereichen zusätzliche Informationen und Bewertungen zu den angemeldeten Patenten erhalten. Softwaremässig ist zu diesem Zweck in bester Web 2.0-Manier eine Art Wiki angedacht.

Gemeinsam mit IBM wurde das Community Patent Project ins Leben gerufen. Offizieller Projektstart ist am 12. Mai.

(via golem.de)

Angesichts der massiven Problemen, die Firmen nicht nur in den USA mit Schlaumeiern haben, die mit sehr allgemeinen Patenten den grossen Reibach machen wollen, ist die Initiative ein Schritt in die richtige Richtung. Auf den ersten Blick scheint aber die Vertraulichkeit auf der Strecke zu bleiben.

Quaero - die Suchmaschine, die keine ist...

Das ambitionierte und vor allem teure Quaero-Projekt soll nun doch keinen direkten Google-Konkurrenten hervorbringen.

John Battelle hat sich bei François Bourdoncle, CEO von Exalead, einem der Quaero-Partner, etwas genauer umgehört und folgendes in Erfahrung gebracht:
So what is he [Chirac] funding? Well, according to Bourdoncle, there will be no single Quaero site. Instead, Quaero is a program, a long term effort to spur various European competitors toward creating better search related technologies. Participants will share R&D, for example, as well as become each other's customers.
Mit anderen Worten, da haben es ein paar clevere Unternehmer scheinbar verstanden, Nationalismus und wohl auch beschränkte Kenntnis der Materie seitens der Regierungen in einen jahrelangen Geldfluss zu verwandeln...
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