Next Generation Purchasing Desktop: MS Office zeigt ERP-Daten an

SAP hat herausgefunden, dass der typische Schreibtischtäter 80% seiner PC-Zeit in Standardanwendungen wie zB Office und nur 20% in Fachanwendungen wie zB SAP verbringt.

Von den Fachanwendungsnutzern sind wiederum nur 1/3 als Poweruser zu bezeichnen. Die grosse Mehrheit nutzt diese Anwendungen nur gelegentlich (weniger als 10% der Arbeitszeit).

Vor diesem Hintergrund haben T-Systems Multimedia Solutions und Microsoft den Prototypen eines "Next Generation Purchasing Desktop" vorgestellt, welcher SAP nahtlos mit MS Office integriert. Als Middleware kommt dabei das Microsoft Information Bridge Framework (IBF) zum Zuge.

Die Demo-Applikation zeigt schöne Potentiale vor allem in zwei Bereichen auf:
  • Genehmigung-Workflows: der Genehmigende kann alle Details zum Warenkorb mittels Smarttags (kontextsensitiven Menüs) im Email aufrufen, ohne zu SAP/EBP oder einer anderen Fachanwendung wechseln zu müssen.
  • Reporting: Daten und Analysen aus dem Business Warehouse lassen sich zB direkt in eine Worddatei integrieren.

Ohne Zweifel ein Ansatz mit Zukunft - wie auch immer Microsoft den angekündigen Releasefahrplan für IBF einhalten wird.

Audi will SRM bis 2009 massiv mehr nutzen

Audi konzentriert mit einem gross angelegten Projekt seine neue bisher in der Beschaffung eingesetzten IT-Systeme wo immer möglich auf SAP/SRM.

Mit Horizont 2009 wurden ambitiöse Ziele gesteckt:
  • 90% des gesamten Ausschreibungsvolumens werden online vergeben (heute 10%).
  • 60% der Katalogartikellieferanten werden im Gutschriftsverfahren abgerechnet (heute 5%).
  • 42% der Beschaffungsvorgänge erfolgen über katalogbasierte Tools (heute 15%).
  • Die Anteil der Rechnungen ohne Bestellbezug reduziert sich von 18% auf 10%.

Im Zuge der Neukonzeption der IT-Landschaft nimmt Audi bemerkenswerterweise auch kurzfristige Funktionalitätseinbussen in Kauf. So trennt man sich beispielsweise von Ariba, obwohl die entsprechenden SAP-Komponenten erheblich weniger bieten.

Schnittstellen werden praktisch nur noch zu Eigenentwicklungen und Legacy-Systemen gebaut.

Business Process Excellence im Supply Management: es geht nicht ohne IT!

Die e-procure-Keynote von Helmut Kruppke, Vorstandssprecher der IDS Scheer AG, war zunächst einmal ein ziemlich lustlos vorgetragenes Feuerwerk von überladenen Folien und Management-Speak in hoher Kadenz.

Unabhängig von diesem natürlich sehr subjektiven Eindruck waren aber folgende zwei Gedanken doch dokumentationswürdig:
  • USP heisst auch "unique processes" - Kernprozesse des Unternehmens, die einen wahren Wettbewerbsvorteil darstellen, werden immer massgeschneidert sein! Deshalb sollte die zum Einsatz kommende Software in der Lage sein, verschiedenste, auch mit externen Tools wie ARIS beschriebene Prozesse abzubilden (wie es zB die "Service Composition"-Komponente von SAP NetWeaver kann)
  • Mit der Implementierung geht's erst richtig los - Projekte sind nicht mit der Softwareeinführung abgeschlossen, sondern erst, wenn sich der gewünschte ROI auch tatsächlich einstellt. Messbarer Erfolg bedingt eine konsequente (wiederum IT-gestützte) Prozessdatenerhebung und -auswertung. Eine solide, aussagekräftige Datenbasis verhindert auch, dass beigezogene Berater für Analysen statt für Problemlösungen bezahlt werden müssen!

e-procure 2006: Vom Catalog Procurement zu Sourcing und Collaboration



Vom 16.-18.5. findet in Nürnberg die 2006er Ausgabe der e-procure statt, der einzigen mitteleuropäischen Messe, die sich auf elektronische Beschaffung konzentriert.

Wie Prof. Bogaschewsky, Professor an der Uni Würzburg und BME-Vorstand, bei der Begrüssung der rund 450 Kongressteilnehmer heute Morgen ausführte, zeigt der jährlich erhobene Stimmungsbarometer Elektronische Beschaffung schönes Wetter an.

Während beim katalogbasierten eProcurement eine gewisse Sättigung festzustellen sei ("wer will, der tut mittlerweile"), rolle in den Bereichen Sourcing und Collaboration eine "zweite Welle" des eProcurements an.

An der Fachmesse werden etwa 1700 professionelle Besucher erwartet.