Google CheckOut: Mehr als ein Bezahlsystem

Mit Google Checkout lanciert nun auch die eierlegende Wollmilchsau des Internets in den USA ein Online-Bezahlsystem. Die Einführung in Europa und Asien ist für einen späteren Zeitpunkt geplant.

Nicht besonders aufregend, auf den ersten Blick... Es handelt sich ja nicht um eine bahnbrechende neue Erfindung. Auch wenn ich als Internetshopper noch so gerne ein Bezahlsystem für alle Sites hätte, bei denen ich einkaufe.

Die wahren Gewinner sind auch bei dieser Lösung die Werbekunden von Google - und damit letztendlich Google selbst. Charlene Li hat an der Oberfläche gekratzt und einige Zusammenhänge verdeutlicht:

  • Ein komfortables und beliebtes Bezahlsystem erhöht die Zahl der Conversions - und macht damit die Werbung auf Suchmaschinen attraktiver.
  • AdWords-Werbetreibende, die auch Google Checkout nutzen, können in ihren Inseraten ein Warenkorb-Icon anzeigen lassen, das sie als vertrauenswürdigen Partner ausweist (solange es nicht alle haben...)
  • die Portemonnaie-Masche: Transaktionen bis zum zehnfachen AdWords-Budget werden gratis abgewickelt, was einem Rabatt von bis zu 20% auf den Werbeschaltungen gleichkommt.

Wer verliert bei dieser Geschichte? Gefährlich könnte es für PayPal werden, aber dort bleibt der Trumpf der nahtlosen Integration mit eBay und der Möglichkeit, mit anderen Mitteln als der Kreditkarte zu bezahlen. Dieser letzte Punkt dürfte auch die Überlebenschance lokaler Lösungen wie yellowpay sein - oder wird auch Google irgendwann Postkontozahlungen unterstützen?

 

Google erringt Teilsieg gegen deutsche Verlage

Die Wissenschaftliche Buchgesellschaft ist mit Ihrem Anliegen, Google Book Search das Digitalisieren von urheberrechtlich geschützten Inhalten per einstweiliger Verfügung zu verbieten, beim Landgericht Hamburg aufgelaufen. Mit dem Entfernen der WBG-Inhalte nach Abmahnung ("opt-out") hat Google seinen Pflichten nach Beurteilung der Richter Genüge getan.

WBG hat den Antrag, der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels unterstützt wurde, "auf Hinweis des Gerichts" zurückgezogen. In der offiziellen Pressemitteilung gibt man sich aber nicht geschlagen und träumt weiter von einer "einvernehmlichen zukunftsweisenden Lösung" auf der Basis des Projekts (und vermutlichen Rohrkrepierers) "Volltextsuche online".

Wesentlich professioneller fällt die Berichterstattung von Google aus: eine kurze Wiederholung der Prinzipien, an die sich Google trotz aller Befürchtungen selbstverständlich hält, und die geschickte emotionale Rückbesinnung auf "don't be evil":

Google is passionate about the digitization of books, which we believe benefits everyone by making the world's knowledge more accessible. And we're also passionate about being responsible partners who can work closely with our thousands of partners around the world – publishers, authors and libraries – to help make this dream a reality.

Weitere Ressourcen zum Thema bei Google:
Facts&Fiction
Legal Analysis

 

eBusiness für 70% der Firmen sehr relevant

eBusiness wird zunehmend als wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit und den Erfolg von Unternehmen angesehen. Die Mehrzahl der Firmen begreifen Ihre Aktivitäten in diesem Bereich mittlerweile als Teil des Tagesgeschäfts.

Zu diesem Schluss kommt das eBusiness-Barometer 2006/2007, welches von der wegweiser GmbH in Zusammenarbeit mit verschiedenen deutschen Forschungs- und Fachstellen bei über 6000 Firmen erhoben wurde.

 (via ecin)

EU legt Aktionsplan eGovernment vor

Die Kommission der europäsichen Gemeinschaften hat im April einen Aktionsplan eGovernment vorgelegt, der die "beschleunigte Einführung elektronischer Behördendienste zum Nutzen aller" bringen soll.

Aus Sicht des eProcurement bedeutungsvoll ist das Ziel, bis 2010 alle öffentlichen Verwaltungen in die Lage zu versetzen, ihre Auftragsvergabe 100% elektronisch abzuwickeln. Die Mitgliedstaaten wollen dafür sorgen, dass dies in der Praxis zu mindestens 50% auch tatsächlich geschieht.

Ein weiterer Schwergewicht des Aktionsplans liegt auf der gegenseitigen Anerkennung und EU-weiten Einsatzfähigkeit digitaler Identitäten.

(via CIO online)

Swisscom IT Services bringt E-Procurement-Outsourcing mit SAP/EBP

Am Rande der SwissDIGIN-Veranstaltung am CCEB Basel war gestern zu erfahren, dass Swisscom IT Services plant, Firmenkunden SAP/EBP im Outsourcing anzubieten.

Nach einem erfolgreichen Pilotversuch mit einem Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft werden derzeit die technischen und kommerziellen Rahmenbedingungen für eine baldige breitere Lancierung geschaffen.

Die Lösung soll die volle eProcurement-Funktionalität von SAP/EBP zu wesentlich geringeren Implementations-, Betriebs- und Lizenzkosten bieten. Die Rückführung von Warenkörben in das inhouse-SAP des Kunden ist möglich, aber nicht Bedingung. Für den Datenaustausch wird die Plattform Conextrade eingesetzt.

Google Adwords: Anzeigenplanung geht live

Google Adwords ermöglicht ab sofort die zeitliche Beschränkung von Kampagnen auf Wochentage und Tageszeiten.

Das Feature heisst in der deutschen Version "Anzeigenplanung" und bietet eine saubere und intuitive Oberfläche:

Google Anzeigenplanung

 

B2B-Integration in der Lebensmittelindustrie: EDI hält sich hartnäckig

Über 95% der B2B-Integrationen in der Lebensmittelindustrie basieren auf klassischem EDI oder "modernen" Varianten davon (Internet-EDI und browserbasiertes WebEDI). Direkte oder indirekte Integrationen auf XML-Basis fristen daneben ein eher kümmerliches Mauerblümchendasein.

Diese doch einigermassen ernüchternde, wenn nicht gar erschreckende Schätzung machte Ralf Wölfle vom Competence Center E-Business Basel der FHNW gestern in seinem Vortrag am Ramco-Kompaktseminar "Supply Chain Management" in Suhr.

Schlimmer noch: Dei beträchtlichen Investitionen der grossen Detailhändler in aufwändige EDI-Lösungen müssen erst einmal amortisiert werden. Es ist also damit zu rechnen, dass sich EDI als Technologie noch jahrelang wird halten können, obwohl längst flexiblere, offenere und damit auch günstigere Lösungen zur Verfügung stehen.

Eine raschere Entwicklung in Richtung der "echten" Internet-Integrationen erwartet Ralf Wölfle nur in Branchen, welche - sei es durch massive Nachfrageveränderungen, sei es durch Impulse von neuen Mitbewerbern (zB Online-Reisebüros) - ohnehin vor grösseren Umwälzungen stehen.

Es gibt aber auch Lichtblicke:

  • Eine Jet-Umfrage von IMC hat im April 2006 ergeben, dass 70% der antwortenden Unternehmen ihre IT-Investitionen in die Bereiche Warenwirtschaft und Logistik fliessen lassen wollen. Die Supply Chain wird damit gegenüber den administrativen Prozessen klar bevorzugt.
  • Die Initiative der FHBB zur Gründung eines B2B-Forums stösst auf reges Interesse. Die Enwicklung der elektronischen Lieferantenanbindung wurde als eines der beiden Kernthemen identifiziert.

(Die Initialveranstaltung des B2B-Forums findet voraussichtlich am 28.6.2006 statt.)

Shakespeare's Gesamtwerk auf Google Books

Google macht das Gesamtwerk von Shakespeare auf Google Books zugänglich.

Abgesehen davon, dass dieser Showcase einen guten Einblick in die Möglichkeiten von Google Books gibt, stellt er natürlich auch PR in Sachen Copyrightgezänk dar.

So wird in Inside Google Book Search ausdrücklich erwähnt, dass Werke mit umstrittenem Status nicht überall im Volltext zugänglich seien, man sich aber bitte melden solle, falls ein Werk doch nicht mehr copyrightgeschützt sei...

Google AdWords Editor jetzt frei verfügbar

Der AdWords Editor von Google ist nun nach weitgehendem Abschluss der Beta-Phase für alle Nutzer frei verfügbar (via SearchEngineWatch).

Die lokal zu installierende Applikation soll laut Google die Navigation im Acount und die Massenmutation von Keywords und Ads vereinfachen.

Mein Eindruck ist zweispältig: Das Interface wirkt immer noch recht beta, und die Usability ist nicht über jeden Zweifel erhaben, insbesondere weil hierarchische Ebenen in der Tab-Navigation plötzlich gleichberechtigt nebeneinander stehen.

Die Anzeige von Statistiken ist defaultmässig ausgeschaltet, was nun definitiv nicht sinnvoll ist: diese Infos sind ja die Grundlage schlechthin für Änderungen an den Keywords.

Insgesamt sehe ich auf Anhieb keinen grossen Vorteil gegenüber der Online-Oberfläche. Ob das Hardcore-SEO-Leute wohl anders sehen?

EBPP-Roaming zwischen yellowbill und conextrade

Erstmals ist in der Schweiz der Austausch elektronischer Rechnungen, die der strengen CH-Mehrwertsteuerverordnung genügen, über mehrere Dienstleister hinweg möglich. Postfinance und Swisscom IT Services haben ihre Plattformen yellowbill und conextrade miteinander verbunden.

Dass diese 2005 angekündigte Kooperation nun umgesetzt wurde, stellt einen Achtungserfolg für SwissDIGIN dar, basiert doch das Austauschformat auf diesem von der FHBB propagierten Format.

Durch das "Roaming" erweitern sich die Einsatzmöglichkeiten von EBPP für Kunden der beiden Unternehmen sicher beträchtlich. Ob damit der elektronischen Rechnungsstellung zu Durchbruch verholfen wird, wie es die Swisscom-Pressemitteilung vollmundig verkündet, muss sich aber erst noch weisen.

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