eBay: Tagsüber verdient es sich besser

Dachten Sie bisher auch, eBay-Auktionen müssten spätabends enden, damit möglichst viele Feierabendsurfer noch mitbieten und den Preis in die Höhe treiben können? Dem ist offenbar nicht so.

Eine Untersuchung der Universität Bonn und der RTHW Aachen hat mehrere Hundert Verkäufe von populären DVD-Titeln analysiert und dabei genau das Gegenteil festgestellt: Auktionen, die während des Tages endeten, erzielten im Durchschnitt sogar höhere Umsätze.

(via heise)

Schweizer Telefonbuch als Toolbar

Direkt aus IE und Firefox heraus die Schweizerischen Telefonbücher durchsuchen - die Swisscom directories Toolbar macht's möglich.

Die Funktionalität lehnt sich eng an die Google Toolbar an. Neben den Gelben (Unternehmen) und Weissen (Private) Seiten stehen auch eine Kartensuche und ein Routenplaner zur Verfügung. Die gefundenen Suchbegriffe können auf Knopfdruck gehighlighted werden.

Als Ersatz für den Aufruf der directories Homepage taugt die Toolbar allemal. Einträge in den Verzeichnissen werden zuverlässig gefunden, die Kartensuche bekundete aber mit meiner Privatadresse erhebliche Mühe.

Nutzer von Skype (aber nicht nur sie) sind mit der Skype Web Toolbar besser bedient. Dank der Kooperation mit local.ch sind die Suchergebnisse ebenso gut. Die Benutzeroberfläche ist den directories aber in jeder Hinsicht meilenweit überlegen.

Nicht missen möchte ich auch, dass die Skype Toolbar alle auf Seiten vorkommenden, einigermassen erkennbaren Telefonnummern automatisch markiert. Für den Anruf genügt dann ein Mausklick.

Surfst Du noch, oder schwebst Du schon?

Die exzessive Nutzung des Internets kann sich auf Gesundheit und soziale Kontakte ähnlich auswirken wie der Missbrauch von Alkolhol und Drogen. Die Risikoschwelle liegt - wie meistens - tiefer als angenommen.

Die Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich thematisieren die Abhängigkeit vom Surfen und Chatten in ihrer Kampagne "massvoll - lustvoll" auf gleicher Ebene wie die anderen, weit bekannteren Süchte (via Tages-Anzeiger).

Der kurze Selbsttest zum Internetverhalten sei an dieser Stelle zum Versuch am eigenen Leibe ausdrücklich empfohlen, bei Bedarf auch die anderen Tests. Die am Schluss des Fragebogens abgegebenen Einschätzungen sind realistisch, die Hinweise fundiert.

Als Hauptpreis des Online-Wettbewerbs (leider nur für im Kanton Zürich Wohnhafte)winkt ein garantiert suchtfreies Wellness-Weekend im Züri-Oberland.

Kein WLAN, kein UMTS, kein Freibier, keine Zigarren, keine Amphetamine - nichts ausser purer Erholung!

Die Zukunft von SAP: Kleinvieh macht auch Mist

Einen guten Einblick in die sowohl wirtschaftlich wie technologisch wie kulturell ambitiösen Zukunftspläne von SAP gibt dieser Artikel (bei CIO Online) aus dem Manager Magazin.

Das Wesentliche in Kürze:
Mit neuen Vertriebspartnerschaften und der hochflexiblen Business Process Platform sollen die KMU als Kundensegment erschlossen werden. Auf dass der Aktienkurs ja hoch bleibe, damit SAP dereinst nicht im Schlund von IBM oder Microsoft verschwinde.
Wenn da nicht die Angestellten wären, die sich das Walldorf-Campus-Feeling mit Gratispsychologe und -Zvieri-Gebäck nicht einfach nehmen lassen wollen. Aber der Vorstand wird's mit Aussicht auf 100 MEUR Bonus im 2010 schon schaukeln.

Mal sehen... das mit den KMU versucht SAP nun wirklich schon seit Jahren!

Zwei-Wort-Suchanfragen sind am häufigsten

Im deutschen Sprachraum wird am häufigsten nach Suchbegriffen mit zwei Wörtern gesucht. Die vielgeschmähte Einwortsuche hält sich erstaunlich gut.

Dies ist eines der Ergebnisse der Studie von OneStat, für welche über zwei Millionen Suchanfragen ausgewertet wurden (via SearchEngineWatch).

Europäische Nutzer tendieren eher zu kürzeren Anfragen. Queries mit zwei Wörtern stehen überall auf Platz 1. In den angelsächsischen Ländern geht der Trend hingegen zu drei oder gar vier Wörtern.

US-Nutzer geben bereits in 50% der Fälle drei oder vier Suchwörter ein, 12% sogar deren fünf. Die klassische Einwortsuche ist mit noch gut 6% weit abgeschlagen, nur knapp vor "Bandwürmern" mit sechs oder sieben Wörtern.

Für Deutschland macht die Studie eine Besonderheit deutlich: nirgendwo sonst ist die Vormachtstellung der Zweiwortanfragen mit einem Anteil von 40% ausgeprägter als hier. Fast 90% der deutschen Suchanfragen umfassen zudem maximal drei Wörter.

Ebenfalls bemerkenswert ist, dass sich die Einwortsuche mit Rang 2 noch einigermassen behaupten kann. Dies dürfte aber teilweise damit zusammenhängen, dass in der deutschen Sprache über Wortverbindungen praktisch unbeschränkt lange Wörter konstruiert werden können.

Im Vergleich mit den Vorjahreszahlen lässt sich keine deutliche Entwicklung ausmachen. Die Rangliste der Anfragelängen ist gleich geblieben, und auch bei den prozentualen Anteilen zeigen sich keine Veränderungen von praktischer Bedeutung.

Die Studie bestätigt , dass Suchmaschinenoptimierung und Keywordwerbung zunehmend auf Mehrwortbegriffe auszurichten sind. Die wachsende Informationsmenge bringt die immer routinierten Nutzer dazu, ihre Anfragen präziser zu formulieren.

Marken und Patente leichter finden

Das Eidgenössische Institut für geistiges Eigentum hat sein Online-Register Swissreg überarbeitet.

Patente, Marken, Design und Topographien (Beschreibungen von elektronischen Bauteilen) sind dank der klaren und übersichtlichen Benutzeroberfläche nun leichter auffindbar. Neu werden auch hängige Gesuche angezeigt.

Alle Neuerungen im Detail

NB Die News des IGE sind als RSS-Feed verfügbar. Fortschrittlich!

Wie sieht der typische US-Blogger aus?

PEW/Internet hat in einer umfangreichen Studie die US-Blogger statistisch porträtiert. (via John Battelle)

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • 8% der Internetnutzer (12 Millionen Amerikaner) schreiben Blogs, die von 39% gelesen werden.
  • 54% der Blogger haben noch nie vorher publiziert.
  • 37% der Autoren bloggen hauptsächlich über die Wirrnisse Ihres eigenes Lebens. Die anderen Themen folgen weit abgeschlagen. Business und Technologie werden von unter 10% der Blogger behandelt.
  • Mehr als die Hälfte der Blogger sind unter 30 Jahre alt. Männer und Frauen sind zu gleichen Teilen vertreten.
  • Gebloggt wird in den Ballungsräumen. Nur 13% der Blogger stammen aus ländlichen Gebieten.
  • Jeweils über die Hälfte bloggen unter einem Pseudonym und eher für sich als für's Publikum.
  • Nur ein Drittel betrachtet das Bloggen als ein Form von Journalismus.
  • Auf fast allen Blogs gibt es eine Kommentarfunktion (89%), aber erstaunlich wenige (18%) bieten einen RSS-Feed an.

Bloggen bleibt mehrheitlich ein Hobby von jungen, internetaffinen Städtern. Es bleibt abzuwarten, ob sich Blogs als anerkanntes journalistisches Medium oder gar Marketinginstrument in Unternehmen langfristig auf breiter Front durchsetzen werden.

Dabei sollte nicht ausser Acht gelassen werden, dass die thematische Verteilung nichts über die Qualität der Blogs in den einzelnen Bereichen aussagt. Zu fast jedem Thema lassen sich mittlerweile anerkannte Blogs mit tausendfacher Leserschaft finden.

Sind Reverse Auctions im Einkauf Teufelszeug?

Der Artikel Reverse auctions are rarely a cure for ailing businesses in der Zeitschrift "Industrial Distribution" kommt zum Schluss, dass bei Reverse Auctions im Einkauf am Ende alle nur verlieren:

"It's a zero-sum purchasing tool where the buyer gains as a result of the supplier's loss, and that is by design. That doesn't do anything to improve business relationships. Suppliers are forced to drop their prices quickly in a reverse auction, and it all comes out of the supplier's margin. That's going to create hard feelings…Sometimes suppliers look to get even by retaliatory pricing-charging more at a later date. It's the same for all reverse Internet auctions, whether you're talking about purchasing goods or construction services. It's more similar than different. The whole process is oversold and it under-delivers...."

".... reverse auctions encourage bid gaming, a practice in which contractors do not offer their best bids initially so they can first see the bids of other contractors. Bid gaming continues through the process as contractors try to figure how low they have to go—a figure which may never arrive at the actual lowest price.... "

 

Meine These dazu lautet:

Wenn Reverse Auctions diese Effekte haben, dann sind Sie

  • schlecht geplant oder angelegt,
  • schlecht kommuniziert
  • schlecht, zum falschen Zeitpunkt oder mit den falschen Lieferanten durchgeführt
  • oder eine beliebige Kombination davon.

Als letzter Schritt einer Kette, nach Lieferantensuche, Lieferantenqualifizierung und Ausschreibung, sind Auktionen ein taugliches Mittel, über mehr Transparenz den günstigsten unter allen geeigneten Lieferanten (und nur diesen) zu finden.

Web 2.0 oder Star Wars?

Was Amüsantes zum Sonnenaufgang:

Web 2.0 oder Star Wars - wer findet's heraus?

Eine köstliche Persiflage auf die nicht immer ganz aussagekräftige Namensgebung von Web 2.0-Diensten!

(via Andreas Göldi)

PostButler: Briefpost lesen via Internet

Wer auch in den Ferien oder auf Geschäftsreisen nicht auf seine gute alte Briefpost verzichten will, kann sich zukünftig vom PostButler der Schweizerischen Post bedienen lassen.

In der gewünschten Periode wird die Post an eine zentrale Sammelstelle weitergeleitet, gescannt und per Email verschickt. Bei der Rückkehr findet man die Originale wie üblich im eigenen Briefkasten.

Tönt praktisch, aber auf den ersten Blick ein bisschen wie ein Aprilscherz, oder?

Ich bin nicht ganz sicher, dass der Idee grosser Erfolg beschieden sein wird, denn es gibt da doch einige Fussangeln:

  • Privacy und Security: Irgendwie kann ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass meine Briefpost in irgendeinem Verteilzentrum von einer wildfremden Person geöffnet und gescannt wird. Der Email-Versand ist auch nicht gerade Vertrauen erweckend.
  • Der Zeitverzug: Gegenüber der Zustellung im eigenen Briefkasten verliert man bis zu zwei Tage (die Scans erhält man spätestens um 1800 am Folgetag).
  • Die Einschränkungen: Dokumente über 5 Seiten, aber auch Einschreiben und weitere offizielle Dokumente wie zB Zahlungsbefehle werden nicht weitergeleitet. Obwohl gerade diese Dokumente in der Regel dringend sind...
  • Die Kosten: Pauschal CHF 90 für 14 Tage oder CHF 162 pro vier Wochen sind kein Pappenstiel, gerade wenn keine allzu grosse Briefflut zu erwarten ist.

Jeder Versuch der Post, herkömmliche Dienstleistungen im Internetzeitalter weiter zu entwickeln, ist ja schon an sich und à priori begrüssenswert.

Ob der PostButler einem tatsächlichen Kundenbedürfnis entspricht und die Lösung in der Praxis überzeugen kann, wird sich weisen.

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