12. Oktober 2006

Microsoft Office und in geringerem Masse seine Open Source-Vettern sind weiterhin auf fast jedem PC-Arbeitsplatz anzutreffen. Sie bekommen es nun aber zunehmend mit Konkurrenz aus dem Internet zu tun.
Google hat seine Eigenentwicklung Spreadsheets aus dem Laborstatus entlassen und unter dem beschränkt originellen Namen Docs&Spreadsheets mit der vor einigen Monaten zugekauften Online-Textverarbeitung Writely zusammengeführt.
Die Integration geht allerdings nicht sehr weit. Noch ist es nicht möglich, Tabellen in Textdokumente einzubetten. Immerhin können die Dateien aber nun an einem Ort und mit einem Zugang verwaltet werden.
Ein gutes Stück weiter geht Zoho mit dem heute offiziell lancierten Zoho Virtual Office. Nachdem sich das Unternehmen einen guten Namen mit praktischen Einzelapplikationen gemacht hat, folgt nun die integrierte Lösung. Zoho Virtual Office ist für Einzelpersonen kostenlos. Grössere Lizenzen sind für sehr günstige USD 9.95 pro Monat und User zu haben.
Natürlich steht online nicht der gleiche Funktionsumfang zur Verfügung wie in einem kompletten Office-Paket. Bücher und Doktorarbeiten werden wohl nicht so bald mit einem dieser Tools geschrieben werden, aber für einfachere Texte, eine rasche Kalkulation und "internetnahe" Anwendungen wie zum Beispiel Bloggen sind sie durchaus tauglich.
Die internetbasierten Anwendungen spielen ihre Stärke vor allem dort aus, wo mehrere Personen zeitgleich und von irgendwo her an einem Dokument arbeiten wollen. Hier tun sich die klassischen Office-Anwendungen schwer - beim endlosen Hin- und Hermailen von Entwürfen geht rasch der Überblick verloren. Lösungsansätze wie InstaColl setzen weiterhin ein installiertes Office voraus.
Die Kehrseite der Medaille liegt wie bei allen ASP-Lösungen in der Tatsache, dass die gesamten Daten auf einem Server des Anbieters und nicht mehr im eigenen Haus liegen. Gerade von "don't be evil" Google müssen hier bestimmt etliche Sicherheits- und Vertraulichkeitsbedenken überwunden werden.
Dass dies nicht völlig unmöglich ist, hat die Online-CRM-Lösung Salesforce bewiesen. Wer seine Kundendaten, also das wertvollste Unternehmensgut überhaupt, einem ASP-Anbieter anvertraut, dürfte auch wegen Geschäftsbriefen und Budgets keine schlaflosen Nächte haben.
Für nicht zu überredende Zweifler bietet Zoho eine lokal zu installierende Version des Virtual Office für Windows oder Linux an. Die On-Premise Version ist bis 10 User kostenlos. Lizenzen sind ab USD 295/Jahr für 25 User erhältlich.