Elektronische Rechnungsstellung fliegt - aber tief

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Die E-Invoicing-Initiative swissDIGIN hat sich im internationalen Umfeld etabliert. In der Praxis zögern viele Unternehmen, elektronisch Rechnung zu stellen. Ohne Druck der Grosskunden läuft kaum etwas.

Gut 50 Interessierte pilgerten gestern nach Basel, um sich mit E-Invoicing-Szenarien für Rechnungssteller auseinanderzusetzen. Die Projektleiter Ralf Wölfle und Christian Tanner vom CCEB eröffneten die dritte swissDIGIN-Forum Veranstaltung mit guten Nachrichten.

GS1 und B2Bnet gehören neu zum Kreis der 13 offiziellen swissDIGIN-Partner. Interessengruppen im In- und Ausland nehmen die Aktivitäten des Forums verstärkt wahr. So will eCH den swissDIGIN-Inhaltsstandard auch im E-Government verwenden. Im E-Invoicing Cluster von economiesuisse beteiligt sich swissDIGIN am Dialog mit der ESTV  über die Revision der zentralen Verordnung ElDI-V.

Keine einfache Wahl

Elektronische Rechnungsstellung lässt sich auf sehr unterschiedliche Weise realisieren. Die Lösungspalette reicht von der manuellen Erfassung in einem Webportal bis zur technisch aufwändigen direkten Systemanbindung. Wenn ein Kunde seine Anforderungen aufs Tapet bringt (und Grossunternehmen pflegen das ziemlich ultimativ zu tun), ist guter Rat teuer.

Wieviel manueller Aufwand und Medienbrüche tragbar sind, hängt dabei hauptsächlich vom Rechnungsvolumen ab. Je mehr Belege zu bewältigen sind, desto eher lohnt sich eine technisch aufwändige Lösung. Wenn der Kunde einen bestimmten Lösungspartner vorschreibt, stehen die sinnvollen Varianten aber vielleicht gar nicht zur Verfügung.

Vor diesem Hintergrund berichteten vier Firmen über ihre Erfahrungen mit verschiedenen Szenarien. Iromedica , CopyQuick und LB Logistik bestätigten zunächst, was zur elektronischen Rechnungsstellung motiviert. E-Invoicing wurde überall erst aktuell, als es ein Kunde explizit forderte.

Bei allen drei Unternehmen war die technische Lösung von den Kunden vorgegeben. Zwei Rechnungssteller hatten deshalb Nachteile in Kauf zu nehmen: CopyQuick eine überproportional teure Lösung, LB Logistik mehrfachen Aufwand.

Where's the beef?

Aus ganz anderer Warte betrachtete Josef Kremer von Swisscom Mobile das Thema. Zwei Millionen Rechnungen pro Monat verursachen beim Telekomanbieter Kosten von über 10 Millionen Franken pro Jahr. Grund genug, sich aktiv mit E-Invoice zu beschäftigen.

Erstaunlicherweise stehen die Kosteneinsparungen bei Swisscom Mobile aber nicht im Vordergrund. Der Aufwand für die hausintern mit Conextrade realisierte Lösung ist sogar sehr hoch. E-Invoicing ist vor allem darum aktuell, weil der Kunden einen Nutzen (etwa höhere Kostentransparenz) davon hat und sich dadurch ans Unternehmen binden lässt.

Kremer meldete denn auch berechtigte Zweifel an den aktuellen E-Invoicing-Marktmodellen an: der Nutzen entsteht beim Kunden, der dafür aber nicht bezahlen will. Die Handelsplätze, die sich als Mittelsmänner auch noch schadlos halten müssen, liefern sich bereits heute einen erbitterten Kampf um die viel zu wenigen Kunden.

Roaming entwickelt sich schleppend

Das erklärt wohl, warum der grosse Durchbruch beim Roaming, also der Weiterleitung von Rechnungen über verschiedene Plattformen hinweg, ausgeblieben ist.

Christian Tanner konnte zwar einige Neuzugänge auf der EBPP-Roaming-Landkarte  der Schweiz vermelden. Es handelt sich aber grösstenteils um unilaterale Verbindungen zwischen zweitrangigen Playern und den "Grossen" PostFinance, PayNet und Swisscom IT Services.

Von der Interoperabilität dieser drei Anbieter hängt ab, wie sich E-Invoicing in der Schweiz weiter entwickeln wird. Dass sich PayNet offenbar vornehm zurückhält, stösst zunehmend auf offenes Unverständnis.

Empfehlungspapier für Rechnungssteller

swissDIGIN möchte Rechnungssteller in die Lage versetzen, E-Invoicing aktiv anzugehen und gegenüber Anforderungen ihrer Kunden kompetent aufzutreten. Zu diesem Zweck wurde an der Veranstaltung ein Empfehlungspapier besprochen, das etwa Mitte Dezember auf der swissDIGIN-Website veröffentlicht wird.

Die nächste Veranstaltung des swissDIGIN-Forums ist für den 13. Juni 2007 geplant.

"The Long Tail" ist das beste Business-Buch 2006

"The Long Tail" beschreibt, wie im Internet auch kleinste Nischen erfolgreich erschlossen werden können. Chris Anderson kann damit für sich in Anspruch nehmen, dem Web 2.0 das Geschäftsmodell in die Wiege gelegt zu haben.

Besonders erfolgreich hat Amazon das Konzept mit seinen Partnerprogrammen umgesetzt. Kein Wunder also, dass ausgerechnet der E-Commerce-Gigant "The Long Tail" zum Business-Buch des Jahres gekürt hat.

Aktuelles Wissen über Email-Marketing

Das Softwareunternehmen Emarsys hat einen Sammelband mit sechs aktuellen Studien und Whitepapers über Email-Marketing zusammengestellt.

Interessenten müssen einige persönliche Daten preisgeben, um den Sammelband kostenlos downloaden zu können.

(via KMU-Marketing-Blog)

Mit Emails produktiv und erfolgreich sein

Andreas Göldi berichtet über eine Forschungsarbeit am MIT, die hochinteressante Zusammenhänge zwischen IT-Nutzung und Produktivität von Mitarbeitenden einer Personalfirma zutage gefördert hat.

Wer zum Beispiel folgende Regeln im Umgang mit Emails beherzigt, ist erfolgreicher und fühlt sich dabei erst noch weniger gestresst:

  • Schnell auf Emails antworten - keinen Stau in der Inbox zulassen!
  • Kurze Emails mit einem klaren, begrenzten Thema schreiben.
  • Emails nicht laufend, sondern strukturiert etwa drei Mal pro Tag bearbeiten.

Geschickte IT-Anwender können zudem mehr Projekte gleichzeitig bewältigen, ohne den Überblick zu verlieren.

Wirbel um die Finanzierung von Quaero

Die Aufträge für das deutsch-französische Suchmaschinen- und Digitalisierungsprojekt Quaero sind ohne Ausschreibung vergeben worden.

Dazu sagt das zuständige Ministerium in Chemical Ali-Manier:

"Bei der Aufsetzung von strategischen Großprojekten mit grundlegender Bedeutung sind Ausschreibungen nicht üblich, da hier – auf der Grundlage von vorgegebenen Zielen – die Projektpartner durch die stringente Projektführung ausgewählt werden und das notwendige Projektmanagement durch den Konsortialführer vorgenommen wird."

Hä? Das heisst wohl nichts anderes als:
"Der antiimperialistische Zweck heiligt alle Mittel."

Unglaublich, was die Politik hier fertigbringt. Wenigstens wehren sich einige Unentwegte gegen diesen zum Scheitern verurteilten Stumpfsinn.

(via heise)

iX-Sonderheft "Web 2.0"

iX Web 2.0

Die Fachzeitschrift iX widmet Web2.0-Technologien ein Sonderheft. Die beiliegende CD-ROM enhält ausgewählte JavaScript-Frameworks für die AJAX-Programmierung und Rich Internet Applications (RIA).

Aus RSS-Feeds Bilder machen

RSS2GIF heisst ein simples Online-Tool, das aus einem beliebigen RSS-Feed ein dynamisches, verlinktes GIF-Bild macht.

Zum Beispiel für die letzten Beiträge auf diesem Blog:

RSS2GIF

Oder für meine neuesten eBusiness-Links auf del.icio.us:

RSS2GIF

Finde ich eine gute Idee - für die Email-Signatur oder skriptfeindliche Editoren zum Beispiel. 

Rechtsfallen für Online-Shops

Online-Shops müssen jederzeit darauf gefasst sein, von virtuellen Wegelagerern (letzthin gerade MediaMarkt) mit Abmahnungen gepiesackt zu werden. Nun naht Hilfe - in Form des BVDW-Praxisleitfadens.

Der erklärt zunächst detailliert, wie ein Impressum - oft ein gefundenes Fressen für die Abmahner - aussehen muss, damit es juristisch wasserdicht ist. Im zweiten Teil werden verschiedene Rechtsfallen für Online-Shops anhand von Referenzurteilen illustriert.

Auch wenn die Schweiz ein etwas sicherer Hafen ist, was Abmahnungen angeht: wer Kunden in Deutschland hat, tut gut daran, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Der Leitfaden ist dafür ein guter Einstieg.

NZZ Online übernimmt tragende Rolle

nzz
(Bild NZZ/pd)

Bei der NZZ tut sich einiges: für nächstes Jahr sind eine ganze Reihe von Neuerungen geplant. NZZ Online erhält wesentlich mehr Gewicht.

Fast macht es den Anschein, bei der alten Dame des Zürcher Journalismus bleibe kein Stein auf dem anderen. Die angekündigten Massnahmen betreffen nicht nur das publizistische und verlegerische Angebot, sondern auch die Organisation: es werden Stellen abgebaut.

Grosse Gewinnerin der Neuausrichtung ist die Internetplattform NZZ Online. Sie gibt zukünftig in Sachen Freizeit und Ausgehen alleine den Ton an. Die gedruckte Wochenbeilage "NZZ Ticket" wird eingestellt.

Als zweites Online-Standbein ist das kürzlich lancierte Stellenportal NZZexecutive vorgesehen. Damit möchte die NZZ zum Marktführer für Kader und Spezialistenvermittlung werden. Ebenfalls ausgebaut werden NZZ Mobile und der auf Studierende ausgerichtete NZZ Campus.

Am meisten Aufsehen erregt jedoch, dass bald nur noch eine einzige Nachrichtenredaktion für die "Neue Zürcher Zeitung" und NZZ Online zuständig sein wird. Erklärtes Ziel ist es, den Lesern unabhängig vom Medium möglichst aktuelle und qualitativ hochwertige Informationen zu bieten.

Mit diesem Ansatz ist die NZZ bestimmt auf gutem Weg, ihren Rückstand auf die Konkurrenz wettzumachen. Vorausgesetzt, dass die Klaviatur der verschiedenen Medien konsequent spielt. cash daily zeigt, wie's geht.

 

Datenbank für geistiges Eigentum erweitert

(via ige.ch)

Die kostenlose Schutzrecht-Datenbank «Swissreg» des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum wurde erweitert und bietet ab sofort folgende neuen Funktionen:

  • Suche nach Ergänzenden Schutzzertifikaten (ESZ) im Register und in den Publikationen
  • Trefferlisten im PDF-Format: drucken oder speichern in den Formaten A4-hoch und A4-quer; gewährleistet eine optimale Darstellung der Liste auch bei Auswahl sehr vieler Kriterien.
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