Rechtsfragen bei Corporate Blogs

Der deutsche Bundesverband Digitale Wirtschaft BVDW hat untersucht, auf welche juristischen Stolpersteine Verfasser und Betreiber von Corporate Blogs Acht geben müssen (via face2blog).

Wichtigstes Fazit:

In allen bisher bekannten Fällen geht es rechtlich um den Konflikt zwischen der verfassungsrechtlich garantierten Meinungs- und Pressefreiheit und dem ebenfalls verfassungsrechtlich gewährleisteten (Unternehmens-) Persönlichkeitsrecht.

(...)

Dabei stellt sich im Einzelfall die Frage, ob und in welchem Umfang der Betreiber derartiger Angebote (Plattformen) für die Beiträge der Nutzer zur Verantwortung gezogen werden kann. "Nach derzeitigem Stand der Rechtsprechung gilt die Faustregel, dass für Weblog-Anbieter nur bei einem konkreten Anlass eine spezielle Prüfungs- und Entfernungspflicht besteht"

Der PDF-Leitfaden zum Thema diskutiert vor allem aktuelle Urteile deutscher Gerichte. Die Ausgangslage in der Schweiz dürfte aber ähnlich sein.

Zattoo als TV-Ersatz?

Gestern Abend hat sich mein Fernseher mit hässlichem Geräusch und beissendem Gestank ins TV-Nirvana verabschiedet. Um den Rest der Tagesschau nicht zu verpassen und meine bessere Hälfte vom akuten Horrorszenario eines Lebens ohne DSDS zu befreien, habe ich Zattoo installiert.

Die Programmauswahl ist ganz OK. Alle Sender, in die ich gelegentlich reinschaue, sind dabei, ausser MTV. Der Client ist leicht zu installieren und zu bedienen - auch hier kein Problem.

Aber die Bildqualität! So müsste sie gemäss Zattoo sein:

Vor Zattoo war Internet-TV nicht mit herkömmlichem Fernsehen zu vergleichen. Video-Streams kamen häufig ins Stocken, ruckelten oder stürzten ab – und das alles bei kümmerlicher Bildqualität. Zattoo bringt das echte Fernseherlebnis auf Ihren Computer. Unsere revolutionäre Technologie liefert echte TV-Qualität - hochwertigste Bildqualität, auf die Sie schon lange gewartet haben.

Die Realität schaut bei meinem Versuch anders aus. Die Lippen der Sprecher hinken dem, was zu hören ist, bis zu mehreren Sekunden hinterher. Wenn der Datenstrom kurzzeitig unterbrochen wird - das passiert regelmässig - wird das Bild übel verzerrt und pixelig, oder es bleibt schlicht stehen. Das ist nicht die Qualität, die ich über eine 3500k-ADSL-Verbindung im lokalen WLAN erwarte.

Die Auflösung reicht gerade mal so aus, um auf dem 15"-Laptop den Bildschirm auszufüllen. Verglichen mit der klassischen Mattscheibe ist das Bild aber zu klein für ein längeres Fernsehvergnügen.

Ich kann mir Zattoo sehr gut für unterwegs vorstellen. Aber den kaputten Fernseher werden wir dieses Mal doch noch ersetzen müssen.

Praxistipps zum neuen Anti-Spam-Gesetz

Ab 1.4.2007 ist es in der Schweiz verboten, Spam-E-Mails und -SMS zu verschicken. Nemuk hat einen Gratis-Leitfaden entwickelt, der erklärt, wie E-Mail-Marketing trotz Anti-Spam-Artikel möglich bleibt. Die Checkliste und die Tipps sind wirklich sehr nützlich.

Dass Nemuk hingegen Confirmed-Opt-In bei Online-Anmeldungen als ausreichend bezeichnet, finde ich fragwürdig. Double-Opt-In ist quasi zum Standard geworden. Die User haben sich meines Erachtens daran gewöhnt.

Oder kennt jemand Statistiken, die zeigen, wieviele Registrierungen am letzten Schritt scheitern?

Wofür ist Twitter gut?

Zehntausende von Leuten entdecken gerade Twitter. Und fragen sich bald, was es bringt, seine Freunde oder gleich die ganze Welt mit 140-Zeichen-Häppchen seines Lebens zu füttern. Darum geht es nämlich beim neuen Online-Dienst. Das Prinzip hat sogar schon einen Namen: Microblogging.

Sowohl der PR-Blogger wie auch der Webworkblogger haben herausgefunden, wie Twitter sinnvoll genutzt werden kann - nicht nur von den wie üblich verdächtigen Geeks und Teenies. Für die ersten Schritte gibt es ein gutes Handbuch.

Ich bin noch am Überlegen, ob ich auch ein bisschen herumexperimentieren soll. Einen Account habe ich immerhin schon.

Ueli Maurer verkauft jetzt auch Software

europa3000 lädt mich zum Event "Unternehmenserfolg im Spannungsfeld wirtschaftlicher Realitäten" ein. Der eDay2007 ist dem hochtrabenden Titel zum Trotz natürlich eine Verkaufsveranstaltung.

Immerhin tönen die Referate halbwegs spannend - bis auf eines. Kurz vor dem Business Lunch spricht Ueli Maurer von der SVP: "Welche Rahmenbedingungen muss die Politik für den KMU schaffen?".

Abgesehen davon, dass es "das" oder "die" KMU heissen müsste, wird der Vortrag sicher nicht mit dem ERP-System von europa3000 oder nur schon IT zu tun haben.

Ob sich hier wohl ein IT-Anbieter für politische Zwecke einspannen lässt?
Oder lehrt uns das etwas über die Gesinnung der europa3000-(Ziel-)Kunden?

RFID in Logistik-Prozessen

 

Das Mobile Research Center Bremen zeigt in einer Studie auf, welche Potenziale in der RFID-Technologie liegen und wie sie in logistischen Prozessen eingesetzt werden kann.

Die 70seitige Broschüre ist als PDF gratis. Auf Papier kostet sie 20 Euro.

ERP-Zukunft: CRM, Fertigungsplanung, Web

Die Computerwoche berichtet über eine Studie, deren Autoren bei 120 Unternehmen nachgefragt haben, wohin die Reise bei der ERP-Funktionalität geht. Die Spitzenreiter:

  • CRM
  • Fertigungsfeinplanung (APS: Advanced Planning & Scheduling)
  • Zugriff über's Web
  • Integration mit Office

Keine grosse Rolle spielen derzeit Mietlösungen und Software as a Service. Noch sind die Sicherheitsbedenken zu gross.

PageRank-Verlust bei Google ist nicht unfair

Als das Babyportal KinderStart von Google im März 2005 auf einen sehr tiefen PageRank zurückgestuft wurde, brach der Traffic auf der Site und damit auch das Geschäft von einem Tag auf den anderen massiv ein.

KinderStart betrachtete die Rückstufung als unfair und bezichtigte Google vor Gericht der üblen Nachrede, der Rufschädigung und - schon etwas abstrakter - des Verstosses gegen die Redefreiheit. Der Anwalt von KinderStart versuchte sogar, aus der Sache eine Sammelklage zu zimmern.

Die Klage hat nun auf der ganzen Linie Schiffbruch erlitten. Der Richter stellte fest, KinderStart habe nicht nachweisen können, dass Google absichtlich falsche Aussagen gemacht habe. Mittels PageRank auszusagen (auch subjektiv), wie wichtig KinderStart sei, dürfe Google nicht untersagt werden.

Heisst das nun, dass wir Google auch diesem Punkt auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind?
Oder müssen wir froh sein, dass das amerikanische Rechtssystem eine hirnrissige Klage für einmal hat auflaufen lassen?

ETH-Ringvorlesung schaut in die Internet-Zukunft

Die Ringvorlesung Informationsmanagement an der ETH Zürich widmet sich im Sommersemester 2007 dem Internet der Zukunft. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos.

Jeweils am Montag Abend diskutieren Referenten aus Forschung und Industrie, was uns im Netz von morgen bewegen wird. Die Vortragsthemen reichen von Semantic Web über RFID bis zur digitalen Musik.

Österreich: E-Rechnungen nicht umsatzsteuerkonform

Die meisten elektronischen Rechnungen, die in Österreich verschickt werden, erfüllen die umsatzsteuerlichen Vorschriften nicht.

Diesem Befund der Wirtschaftskammer Österreich will die Beratungsfirma Deloitte abhelfen. Sie erklärt in einem Dossier, wie aus einem PDF eine rechtsgültige elektronische Rechnung wird. EBPP.de hat die wichtigsten Punkte daraus zusammengefasst.

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