12. März 2007
Bei Meinungs-Marktplatz trigami ist eine Kampagne für das Hilfswerk JAM Schweiz angelaufen. Ich wurde eingeladen, eine Rezension zu schreiben. Obwohl ich die Idee von trigami toll finde und auch schon für einen Produktreview bezahlt wurde, mochte ich dieses Mal nicht mittun.
trigami wagt sich mit dieser Aktion auf sehr dünnes Eis, wie ich finde. Auch wenn es nur 10 Franken sind und ich diese auch gleich wieder zurückspenden kann: ein Hilfswerk empfehle ich aus Bauch und Herz heraus - und auf jeden Fall 100% persönlich.
Matthias Tobler von JAM erliegt einem Trugschluss, wenn er meint, bezahlte Rezensionen seien wie die Mund-zu-Mund-Propaganda unter Freuden und Bekannten, die sich offline als besonders spendenwirksam erweist. Und wenn es nur darum geht, JAM bekannt zu machen, ist trigami nicht der richtige Kanal - dann ist (Online-)Werbung gefragt.
Schon bei ersten Rezension ist noch eine andere Gefahr ans Licht gekommen: Hilfswerke sind nicht einfach Firmen, sondern Organisationen, die sich nahe an Politik und Religion bewegen. Sollte da tatsächlich kein reiner Wein eingeschenkt worden sein, könnte der Schuss nicht nur für JAM Schweiz und trigami, sondern auch für gutgläubige Blogger nach hinten losgehen.
(Mir fällt gerade auf, dass dieser Beitrag wohl auch als bezahlte Rezension durchgegangen wäre. Aber wie gesagt, ich habe hier aufs Sponsoring ausdrücklich verzichtet.)
Update: Matthias Tobler hat inzwischen klar gemacht, wie JAM (Joint Aid Management) und JAM (Jesus Alive Ministries) verknüpft sind oder zumindest waren. Warum nicht gleich?
Update [14.3.2007 0745]: Und der Schuss scheint wirklich nach hinten loszugehen.
Update [14.3.2007 1520]: Remo Uherek von Trigami nimmt Stellung zur Geschichte:
Von Hilfswerken und Transparenz (und mein Kommentar dazu)