HOMEPAQ 2007: Alleskönner für zu Hause?

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HOMEPAQ 2007 tritt als eierlegende Wollmilchsau für zu Hause an. Ich habe mir das Angebot für trigami angeschaut. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen.

DVDs tauschen, Rezepte verwalten und sogar die persönlichen Finanzen im Griff behalten - all das soll ich mit dieser Kombination aus Software und Online-Dienst tun können. Mal schauen.

Usability... nachsitzen! 

Nach einer einfachen Anmeldung und problemloser Installation beginne ich die Software zu erkunden. Auffallend ist das aufgeräumte Menü. In den Unterkategorien erhält der User jeweils gleich an erster Stelle die Hilfe angeboten. Am Anfang sicher praktisch, später störend.

Die immer gleich gestalteten Karteikarten für die Datenverwaltung überzeugen nicht. Abgesehen davon, dass die Maskengrössen fix sind, ist die Bedienerführung über Tabs alles andere als logisch. In der Karteikartenmetapher ist es nun einmal nicht so, dass eine Karte Detailinformationen zur anderen anzeigt. Höchst unintuitiv!

Medien@home - gut gemacht und nützlich

Punkten kann im Teil Medien@home der Amazon Wizard. Über die EAN-Nummer oder den Namen suchen zu können, ist sehr praktisch. Die Trefferquote erreicht fast 100%. Hat man die DVD-Box gerade nicht zur Hand, kann es allerdings knifflig sein, aus den Resultaten der Namenssuche das richtige Produkt auszuwählen.

Auf Knopfdruck kann die gesamte Mediensammlung in das HOMEPAQ-Tausch-Center hochgeladen werden. Dieses lässt keine Wünsche offen. Im Gegensatz zur Software finde ich die Online-Plattform sehr benutzerfreundlich. Beim Bestellen und Anbieten von DVDs bin ich nie an einen Punkt gekommen, wo ich nicht mehr weiter gewusst hätte oder ein Fehler aufgetreten wäre.

Lediglich bei der Wunschliste stellt sich die Frage, ob es Sinn macht, dass nur bereits vorhandene DVD eingetragen werden können. Viel spannender wäre es doch, auch noch nicht verfügbare Titel eingeben zu können und dann beispielsweise ein Email zu erhalten, wenn jemand sie neu anbietet.

Rezepte und Wein - leider nur halb gar

Als Gourmet und Weinfreund habe ich mir abschliessend kurz Rezepte@home und Weine@home angeschaut. Bei beiden Tools sind vor allem die Wissenselemente wie Saisontabelle, Wein-Jahrgänge, Wein-Lexikon, Traubensorten nützlich - diese Informationen gibt es jedoch an zig anderen Orten auch.

Die Wein-Datenbank enthält alle notwendigen Felder, und wer den Nerv hat (ich hätte ihn nicht), jede getrunkene Flasche nachzutragen, kann sicher auch den Kellerbuch etwas abgewinnen.

Im Online-Weincenter fehlen ganz klar Coop und Mövenpick als grosse Anbieter. Auch sollte es für den Datentransfer eine bessere Lösung als einen Datei-Download geben.

Werde ich HOMEPAQ 2007 weiter nutzen? Beim Online-Teil, besonders dem Tausch-Center, kann ich mir das gut vorstellen. Der lokalen Software gebe ich keine Überlebenschance. Viele Dinge liessen sich online besser lösen (gerade wenn sich die Lösung "Web 2.0" schimpft), und die Funktionalität ist insgesamt nicht überzeugend.

swissDIGIN-Interview mit Christian Tanner

Für die Zeitschrift ITBusiness habe ich mit Christian Tanner, Projektleiter von swissDIGIN, ein spannendes Gespräch über E-Rechnungen in der Schweiz geführt:

swissDIGIN macht Unternehmen fit für E-Invoicing (PDF)

Zwei interessante Antworten mussten wir im gedruckten Artikel aus Platzgründen weglassen. Hier sind sie als kleiner eBusinessBlog-Bonus.

Global präsente Dienstleister wie Ariba glauben, sie könnten ohne Roaming auskommen. Was sagen Sie ihnen?

Gerade Ariba vetritt sehr stark die Sichtweise des Beschaffers. Setzt eine Einkaufsorganisation auf eine solche globale Plattform, soll sie ihre Lieferanten idealerweise gleich mitziehen. Wenn der Anbieter das durchsetzen kann, braucht es tatsächlich kein Roaming. Der Ansatz verkennt aber die Bedürfnisse der Lieferanten. Ich halte ihn deshalb für nicht besonders nachhaltig.

Sie sind Vice Chair in einem Projekt der UNO mit ähnlichen Zielen wie SswissDIGIN. Dort bekommen Sie bestimmt mit, wie sich E-Invoicing in anderen Ländern entwickelt. Wie schlägt sich die Schweiz im Vergleich?

Ende der 90er Jahre spielte die Schweiz eine Pionierrolle. Jetzt sind wir immerhin noch in der vorderen Hälfte des Feldes. Überholt haben uns die skandinavischen Länder, weil dort die Politik als wesentlicher Treiber von E-Invoicing auftritt. In Dänemark zum Beispiel sind 440'000 Lieferanten per Gesetz verpflichtet, elektronische Rechnungen an öffentliche Beschaffer zu stellen! Allerdings läuft dort nicht alles voll digitalisiert: es wurden auch grosse Scanzentren eingerichtet.

Bureau-Ordnung zur Beachtung des Personals

Dieses Schriftstück aus dem Kriminalmuseum von Rothenburg ob der Tauber hat mir wieder mal gezeigt, dass wir es heute nicht allzu schlecht haben - und dass es damals wohl noch keine Gewerkschaften gab:

  1. Gottesfurcht, Sauberkeit und Pünktlichkeit sind die Voraussetzungen für ein ordentliches Geschäft.
  2. Das Personal braucht jetzt nur noch an Wochentagen zwischen 6 Uhr vormittags und 6 Uhr nachmittags anwesend zu sein. Der Sonntag dient dem Kirchgang. Jeden Morgen wird im Hauptbureau das Gebet gesprochen.
  3. Es wird von jedermann die Ableistung von Überstunden erwartet, wenn das Geschäft sie begründet erscheinen lässt.
  4. Der dienstälteste Angestellte ist für die Sauberkeit der Bureaus verantwortlich. Alle Jungen und Junioren melden sich bei ihm 40 Minuten vor dem Gebet und bleiben auch nach Arbeitsschluss zur Verfügung.
  5. Einfache Kleidung ist Vorschrift. Das Personal darf sich nicht in hellschimmernden Farben bewegen und nur ordentliche Strümpfe tragen. Überschuhe und Mäntel dürfen im Bureau nicht getragen werden, da dem Personal ein Ofen zur Verfügung steht. Ausgenommen sind bei schlechtem Wetter Halstücher und Hüte. Ausserdem wird empfohlen, in Winterszeiten täglich 4 Pfund Kohle pro Personalmitglied mitzubringen.
  6. Während der Bureaustunden darf nicht gesprochen werden. Ein Angestellter, der Zigarren raucht, Alkohol in irgendwelcher Form zu sich nimmt, Billardsäle und politische Lokale aufsucht, gibt Anlass, seine Ehre, Gesinnung, Rechtschaffenheit und Redlichkeit anzuzweifeln.
  7. Die Einnahme von Nahrung ist zwischen 11.30 Uhr und 12.00 erlaubt. Jedoch darf die Arbeit dabei nicht eingestellt werden.
  8. Der Kundschaft und Mitgliedern der Geschäftsleitung ist mit Ehrerbietung und Bescheidenheit zu begegnen.
  9. Jedes Personalmitglied hat die Pflicht, für die Erhaltung seiner Gesundheit Sorge zu tragen, im Krankheitsfalle wird die Lohnzahlung eingestellt. Es wird daher dringend empfohlen, dass jedermann von seinem Lohn eine hübsche Summe für einen solchen Fall wie auch für die alten Tage beiseitelegt, damit er bei Arbeitsunvermögen und bei abnehmender Schaffenskraft nicht der Allgemeinheit zur Last fällt.
  10. Zum Abschluss sei die Grosszügigkeit dieser neuen Bureau-Ordnung betont. Zum Ausgleich wird eine wesentliche Steigerung der Arbeit erwartet.

Roaming für E-Rechnungen erhält Schub

Die drei grossen Schweizer E-Rechnungsanbieter Paynet, Postfinance und Swisscom IT Services haben gemeinsame Richtlinien für Roamingverbindungen definiert. Das Regelwerk soll den Weg zu einem flächendeckenden Netzwerk für elektronische Rechnungen ebnen.

Die Richtlinien setzen auf der Prozessebene an und schränken die Anbieter in der technischen Umsetzung nicht ein. Auch andere E-Rechnungsanbieter können von den erarbeiteten Grundlagen profitieren.

In den nächsten Wochen wird die Suche nach konkreten Pilotprojekten intensiviert. Damit soll von Anfang an sichergestellt werden, dass sich die Roamingverbindungen für die E-Rechnungsanbieter auch rechnen.

(via swissDIGIN)

Dazu sage ich nur: endlich! Dass Paynet sich zierte, mit Swisscom IT Services und Postfinance zu roamen, hat den Charme von E-Rechnungen bis anhin arg begrenzt. Rechnungssteller wie Rechnungsempfänger wollen mit einer einzigen Anbindung möglichst alle ihre Geschäftspartner erreichen.

QuoVadis-Zertifikate einfacher beziehen

Quovadis, einer der drei BAKOM-anerkannten Schweizer Zertifikatsanbieter, erspart seinen Kunden den Gang zur Registrierungsstelle. Neu kann jede Gemeinde- oder Stadtverwaltung und jedes Notariat die Identität des Käufers auf dem Antragsformular beglaubigen. Eine Passkopie dazu, und einige Tage später liegt das Zertifikat (USB oder Smartcard) im Briefkasten.

Diese Lösung lässt die vor kurzem mit Getöse angekündigten PostZertifikate alt aussehen. 2800 Beglaubigungsstellen bei QuoVadis stehen gerade mal 42 bei der Post gegenüber.  Zudem ist eine breites Portfolio an Zertifikatstypen erhältlich. Die technische Kompatibilität scheint ebenfalls wesentlich besser zu sein.

Prokrastination? Guckst du hier...

Über Prokrastination haben wir grad letzthin gesprochen. Leute, die selbst nicht mindestens gelegentlich an Aufschieberitis leiden, sollten sich dieses überaus anschauliche Video (via imgriff) zu Gemüte führen.

Risikopersonen und bekennende Opfer hingegen seien vorgewarnt: der Trickfilm ist so treffend, dass es einem heisse und kalte Schauer über den Rücken jagt.

"Google Office" bekommt PowerPoint-Komponente

Lange wurde davon geredet, nun ist es definitiv: Google Docs wird um eine Komponente erweitert, mit der Präsentationen erstellt werden können.

Statt selbst etwas zu basteln, hat Google wieder einmal in die Portokasse gegriffen und Tonic Systems gekauft. Google möchte deren PowerPoint-Editor bis im Sommer in Google Docs integrieren.

(via TechCrunch und RoughType)

Seiten leichter aus Google entfernen

Google macht es Website-Betreibern einfacher, Seiten aus dem Index zu entfernen oder gecachte Kopien zu löschen. Innerhalb von Webmaster Central gibt es dafür neue Werkzeuge. Sie sind bei SearchEngineLand sehr gut beschrieben.

PhysMath Central: Neue Open-Access-Journals

 

Der Londoner Verlag BioMed Central ist seit seiner Gründung 1998 auf 176 elektronische Zeitschriften in den Fachgebieten Biologie und Medizin angewachsen. Nun weitet er sein Programm auf Physik, Mathematik und Informatik aus.

Die Inhalte sämtlicher Publikationen sind nach dem Open-Access-Prinzip unter der Creative Commons Attribution License gratis zugänglich. Sie dürfen, ein korrektes Zitat vorausgesetzt, unbeschränkt heruntergeladen und weiterverbreitet werden. Vom Autor verlangt der Verlag eine einmalige Publikationsgebühr von durchschnittlich knapp 2000 Franken pro Artikel.

Im neuen Portal PhysMath Central entstehen bis Ende Jahr sieben neue Journals. Für die Titel PMC Physics A (Elementarteilchen-, Hochenergie- und Kernphysik, Kosmologie, Gravitation), B (Atom- und Molekularphysik, Optik, Quantenphysik, Halbleiter und Supraleitung) und C (Biophysik, Plasmen und Fluide, Komplexe Systeme und Statistische Mechanik) können bereits Beiträge eingereicht werden.

(via heise)

Abacus umschifft SaaS-Ängste

Für KMU ist Software-as-a-Service ein rotes Tuch. Fast niemand kann sich damit anfreunden, kritische Unternehmensdaten ausserhalb des eigenen Hauses liegen zu haben - womöglich sogar im Ausland und auf dem gleichen Server wie die Konkurrenz!

Abacus versucht es ab Mai mit einem Kompromiss. AbacusWebTreuhand deckt Finanz- und Lohnbuchhaltung etwa im Umfang von FibuLight und LohnLight ab, wird aber direkt über einen Webbrowser bedient. Die Software und die Infrastruktur betreibt nicht Abacus selbst, sondern ein Partner, in der Regel der Treuhänder des Kunden.

Was ist von dieser Lösung zu halten?

  • Für die anvisierte Klientel - kleinere Unternehmen - ist AbaWebTreuhand eine sorgenfreie und finanziell überschaubare Lösung.
  • Treuhänder und Kunde greifen auf einen jederzeit aktuellen Datenbestand zu und können sich die Arbeiten untereinander aufteilen.
  • Die Sicherheitsbedenken bezüglich Software-as-a-Service werden elegant umschifft, weil die Daten bei einer Organisation gehalten werden, welcher der Kunde vertraut. Der Zugriff wird über PostZertifikate mit hohem Sicherheitsniveau geregelt.
  • Der Funktionsumfang ist relativ klein und wird für viele Unternehmen nicht ausreichen.
  • Der Treuhänder muss sich auf ihm vielleicht unbekanntes Terrain vorwagen: Rechenzentrum betreiben, Software aktualisieren und Support leisten.
  • Auch wenn er das gut macht, wird er nie die Skaleneffekte einer "echten" SaaS-Lösung wie salesforce.com erreichen können.

Meine Prognose ist, dass sich nach einer gewissen Anlaufzeit maximal eine Handvoll Hostingpartner - vielleicht auch nur einer - etablieren werden, die eine grössere Anzahl von Kunden bedienen. Die Sicherheitsbedenken werden auch bei KMU eher abnehmen und zentralen Infrastrukturen Aufwind geben.

Die Lösung wird weitere Funktionen abdecken müssen, um auch für grössere Unternehmen interessant zu werden. Auftragsabwicklung in Verbindung mit E-Business und CRM sind als nächste Erweiterungen nahe liegend.

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