PostZertifikate reifen beim Kunden


Bild: Die Post 

Die Post: jeder kennt sie, sie kennt jeden. Eine ideale Ausgangslage, um sich im Markt der elektronischen Identitäten zu etablieren. Aber der gelbe Riese stellt sich ziemlich dilletantisch an.

Zwar wurde letzten Mittwoch vollmundig angekündigt, dass die "elektronischen Unterschriften" ab sofort erhätlich seien. Ein schärferer Blick auf die PostZertifikat-Website lässt aber erkennen, dass es sich bestenfalls um einen öffentlichen Pilotversuch handelt:

  • Zum Registrieren muss der Kunde persönlich an einer von 42 Poststellen vorsprechen oder für teures Geld einen Mitarbeiter der Post zu sich kommen lassen. Dieses Netz ist viel zu klein.
  • Die USB-Stick-Lösung unterstützt nur gerade die nötigsten Kombinationen von Betriebssystemen und Browsern. Windows Vista(!)-, Mac- und Linux-Nutzer gucken vorläufig grösstenteils in die Röhre.
  • Es gibt kaum Anwendungen für die digitale Unterschrift. Eingeschriebene Emails können bis im Sommer 2007 nur verschickt werden, wenn der Absender und der Empfänger registriert sind. Wegen dem Umzugsservice in Zürich und St. Gallen wird sich niemand das Zertifikat beschaffen. Und wer hat schon eine IncaForm live gesehen?

90 Franken kostet das Starter-Kit, 35 Franken müssen Privatpersonen jährlich als Nutzungsgebühr für das PostZertifikat auslegen. Da liegt die Post sicher nicht falsch, wenn sie ihrem neuen Produkt in den ersten Monaten keinen überwältigenden Erfolg voraussagt. Sie muss unbedingt dafür sorgen, dass im Privat- wie im Firmenbereich Anwendungen mit wirklichem Massenpotential entstehen.

Fotobuch ganz edel: bookfactory.ch im Test

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Die Buchbinderei Burkhardt setzt mit dem Fotobuch-Service bookfactory.ch auf solides Handwerk und Professionalität. Das Resultat überzeugt - der Weg dorthin ist aber ziemlich steinig.

 


Seit gut 65 Jahren fertigt die Buchbinderei Burkhardt in Mönchaltorf Bücher und Broschüren in unzähligen Bindevarianten. Zwanzig Prozent des Umsatzes werden auch heute noch in den handwerklichen Ateliers erzielt. Beste Voraussetzungen also, um Fotobücher - die Einzelanfertigungen schlechthin - anzubieten.

Der Kunde hat die Wahl zwischen vier Formaten in Dicken zwischen 24 und 192 Seiten. Die Preise reichen von knapp 40 Franken für ein Taschenbuch (15x10 cm, 24 Seiten) bis zu 200 Franken für einen stattlichen Fotoband im Standardformat (20.5 x 27 cm, 192 Seiten). Das ist wesentlich mehr als bei der Konkurrenz aus der Fotolabor-Ecke. Bietet bookfactory dafür auch wesentlich mehr?

Keine Hexerei

Für diesen Test habe ich aus Fotos von einer Kanadareise im letzten Jahr ein 72-seitiges Buch zusammengestellt. Das Fotobuch-Design-Center liess sich problemlos herunterladen und  installieren. Die Benutzeroberfläche ist klar aufgebaut, so dass der Einstieg und die Auswahl von Format und Umfang leicht fallen. Unzählige vordefinierte Seitenlayouts lassen sich per Drag'n'Drop einfach mit den gewünschten Bildern vervollständigen. Besonders schön wirken Bilder, die sich über eine Doppelseite erstrecken.

Die Software passt importierte Bilder automatisch ein und zeigt an, ob die Auflösung für eine akzeptable Druckqualität ausreicht. Leider werden die Thumbnails im Bildnavigator sehr langsam geladen und sind auch bei maximaler Grösse zu klein. Ähnliche Bilder sind kaum auseinander zu halten.

Vorsicht beim Löschen

Mit der Bildlaufleiste lässt es sich einfach im Buch herumnavigieren. Hier eine Doppelseite einfügen, hier die Reihenfolge umstellen - das geht einfach per Mausklick. Für Schrecksekunden sorgt allerdings die Löschfunktion: die ausgewählte Seite wird zwar zuverlässig entfernt, aber dafür werden am Ende des Buches zusätzliche Seiten angefügt.  Die angegebene Seitenzahl stimmt plötzlich nicht mehr mit der tatsächlichen Dicke des Buches überein. Ein ärgerlicher Bug, der behoben gehört.

Generell erfordert die Software Geduld: viele Vorgänge, darunter zum Beispiel "Speichern" oder "Rückgängig", brauchen einfach zuviel Zeit.

Text mit Ächzen und Würgen

Nicht zu den Stärken des Fotobuch-Design-Centers gehört auch der Umgang mit Text. Am meisten stört, dass Textblöcke nicht direkt im Layout verändert werden können, sondern immer ein spezieller Editor aufgerufen werden muss. Drei Standardformate können abgespeichert werden - das ist etwas wenig. Zudem sind die Funktionen "Speichern als Standard" und "Holen als Standard" leicht zu verwechseln. Zu schnell ist ein Format überschrieben.

Ärgerlich ist auch, dass der Hintergrund des Editors nicht angepasst wird, wenn eine helle Schriftfarbe zum Einsatz kommt. "Weiss auf weiss" lässt es sich nur schlecht arbeiten! Positiv ist hingegen, dass sich Textblöcke leicht verschieben und frei drehen lassen. Aber warum jeweils nur innerhalb einer Doppelseite?

Bestellung ohne Geheimnisse

Ist das Kunstwerk einmal vollendet, steht der Bestellung nichts im Weg. Die Software führt gut durch die einzelnen Schritte und begnügt sich mit den absolut notwendigen Angaben. Ein grosser Vorteil ist, dass aus den Bildern, Texten und Formatdaten eine konsolidierte Datei (für mein Buch ca. 50 MB gross) erzeugt wird. So geht sicher nichts vergessen.

Wie die Datei übertragen wird, lässt sich nur einmal auswählen. Ich habe zunächst auf den Upload via Internet verzichtet und musste deshalb meine Daten auf eine CD-ROM brennen und per Post einschicken. Nachträglich uploaden geht nicht. Über den Fortschritt der Bestellung hält einen bookfactory.ch regelmässig mit Emails auf dem laufenden.

Schönes Buch - schöne Erinnerung

Exakt nach Ablauf der angekündigten Lieferfrist von einer Woche erhielt ich meine ganz persönliche Erinnerung an "Canada 2006". Und tatsächlich: es handelt sich um ein richtiges Buch, fachmännisch gebunden, mit doppelseitig bebildertem Umschlag und Rückenzeile. Das Layout entspricht exakt der Vorlage. Farben und Druckqualität sind über jeden Zweifel erhaben.

bookfactory.ch hat nicht zuviel versprochen: mein Fotobuch kann es handwerklich mit jedem Buch in meiner Bibliothek aufnehmen. Ich habe es zwar als Gegenleistung für diesen Testbericht geschenkt bekommen, hätte aber die knapp 100 Franken dafür ohne weiteres ausgelegt. Ein Buch in den Händen zu halten, das es nur genau einmal gibt, ist sowieso ein unbezahlbares Gefühl.

Wer es teilen möchte, kann auch das: innert eines Monats lassen sich alle Bücher bei bookfactory nachbestellen.

Hilfe für den Start in den Arbeitstag

Weil heute der letzte Tag vor einer längeren Verschnaufpause ist, wieder einmal ein bisschen Arbeitspsychologie.

Web Worker Daily empfiehlt fünf Schritte, um morgens in die Gänge zu kommen:
  1. Reinen Tisch machen
  2. Den Email-Client und alle Benachrichtigungen ausschalten
  3. Alle wissen lassen: "Jetzt bin ich am Arbeiten!"
  4. Für produktive Stimmung sorgen, zB mit Musik
  5. Die Stoppuhr starten und einen procrastination dash lang wirklich nichts anderes tun als arbeiten

Slow Leadership versucht heute Morgen, der Prokrastination etwas Positives abzugewinnen. Die These lautet, dass wir manchmal unbewusst ganz gute Gründe haben, warum wir etwas vor uns herschieben. Warum gefällt mir das irgendwie?

Kreditoren automatisieren lohnt sich!

Unternehmen, die ihre Kreditorenrechnungen automatisch verarbeiten, haben weniger Aufwand für Abklärungen und geraten seltener in Verzug. Sie sparen Geld und Zeit: die Kosten pro Rechnung sinken um bis zu 90%, die Durchlaufzeit um die Hälfte.

Die E-Payables-Studie der Aberdeen Group zeigt auf, was eine Firma tun muss, damit ihre Kreditabteilung zu den Besten gehören kann.

Neben klaren Zielen, die im Einklang mit denen von Finanzabteilung und Einkauf stehen, geht es vor allem um Datentransparenz. Oft kann heute nicht einmal die Frage "Haben Sie unsere Rechnung erhalten?" von allen Beteiligten schlüssig beantwortet werden.

Die notwendigen technischen Lösungen existieren und sind teilweise bereits gut etabliert:
  • E-Invoicing- und Zahlungsnetzwerke
  • Kombinierte Dokumentenmanagement- und Scanning-Lösungen, die auch Workflows abbilden können
  • Werkzeuge für das Ausgabenmanagement
(via Sourcing Innovation)

XING-Model aus dem Katalog

Das nennt man Zufall: Diese nette Business-Frau, die einem ab und an auf der XING-Loginseite entgegenlächelt, ist auch für eine Krankenversicherung unterwegs.

Für das seriöse XING-Bild wurde aber der Schmuck wegretuschiert...

Neue Artikelserie zu RFID

Bei RFID News ist eine Artikelserie (auf Englisch) über die Grundlagen von RFID gestartet. Im ersten Beitrag geht es um die Hardware. Geschrieben werden die Artikel von zwei Co-Autoren des Buchs RFID Applied.

April, April auch in der Blogosphäre

Web 2.0 und die Blogosphäre boten gestern viel Futter für Aprilscherze. SearchEngineLand hat einige davon zusammengestellt.

Ich selbst bin spätabends auf den hier reingefallen, der allerdings nur für E-Procurement-Insider nachvollziehbar ist.

Wen hat's sonst noch erwischt?

Buchtipp: "Corporate Blogs" von Klaus Eck

PR Blogger Klaus Eck packt seine Erfahrungen mit Corporate Blogs erstmals zwischen zwei Buchdeckel.

Nützlich sind vor allem die Checklisten für den erfolgreichen Start eines Corporate Blogs. Sie befassen sich nicht nur mit den technischen und organisatorischen Voraussetzungen für den erfolgreichen Betrieb eines Blogs, sondern auch mit Zeitmanagement- (!), Policy- und Promotion-Fragen.

Buchtipp: "Medienarbeit im Netz" von Marcel Bernet

"Mehr Erfolg mit Online-PR" verspricht Marcel Bernet in seinem Buch Medienarbeit im Netz. Das Buch ist so aufgebaut, dass es sich sowohl als Einführung in das weite Feld der Online-PR wie auch als Nachschlagewerk für die Praxis eignet.

Von den strategischen Grundlagen bis zu den Finessen von Podcasts, Blogs, Wikis und RSS - jeden Aspekt der Medienarbeit im Internet beschreibt der Autor kompetent und leicht verständlich.

Die Kommunikation reicht über das Buch hinaus: die Website zum Buch liefert regelmässig neue Informationen und aktualisierte Links. Die täglichen Erfahrungen von Marcel Bernet und seinen Mitarbeitenden lassen sich im bernetblog mitverfolgen und kommentieren.

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