28. Mai 2007
Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Auf der Internet-Plattform Plazes lässt sich verfolgen, wo sich Leute gerade befinden. Die gute Idee litt bisher an konzeptionellen Schwächen bei der Umsetzung. Macht es die neue Version besser?
In der rechten Spalte dieses Blogs ist eine kleine Landkarte zu sehen. Darunter steht, wo ich gerade bin oder vor kurzem war. Dieser Badge wird von Plazes erzeugt, wo ich meinen Standort gelegentlich melde. Entweder macht das der Plazer, ein kleines auf meinem PC installiertes Programm, automatisch, oder ich schicke ein SMS an eine Servicenummer in England.
Was einfach tönt, hatte bis anhin in der Praxis seine Tücken. So verliess sich der Plazer standardmässig auf die Netzwerkadresse des PCs und platzierte einen deshalb oft irgendwo in einem Rechenzentrum statt am wirklichen Standort. An Swisscom Hotspots verlor er die Orientierung sogar völlig.
Ortsangaben via SMS waren auch keine Alternative, weil dort immer angenommen wurde, ich sei nach spätestens einer Stunde wieder weg. Auch mit schon bekannten Standorten hatte Plazes seine liebe Mühe.
Standort melden leicht gemacht
Zum Glück ist jetzt alles massiv besser geworden. Ich kann meinen Standort via Browser ganz einfach und intuitiv eingeben. Schon bekannte Standorte werden aufgrund der Eingabe laufend angezeigt. Ein Klick genügt, um sich dort zu platzieren.
Bei neuen Standorten schliesst sich einfach eine zweite Maske an, wo Ort, Adresse und Typ (zB Restaurant, Sehenswürdigkeit, Arbeitsplatz) präzisiert werden.

Der Standort bekommt dann seine eigene Seite, wo alle Daten beliebig verändert werden können. Der Ort lässt sich auch via Drag und Drop auf der Karte justieren, ohne dass die genauen Koordinaten bekannt sein müssen.

Vergangenheit und Zukuft
In der neuen Version von Plazes hält auch die Zeitachse Einzug. Ging es früher nur um die Frage "wo bin ich jetzt gerade?", können jetzt auch Standorte erfasst werden, die man schon besucht hat oder erst noch besuchen wird.
So lässt sich beispielsweise eine Reise im Voraus planen. Ist dann kein PC in Reichweite, wenn ich an einem Zwischenziel angekommen bin, reicht ein SMS mit dem Plazenamen, ohne dass ich die Adresse nochmals mühsam einknöpfeln muss.
Und tatsächlich haben die Plazes-Macher an noch etwas gedacht, was ich bisher schmerzlich vermisste: Ich kann einen Standort explizit verlassen. Hoffentlich wird dies auch via SMS möglich sein.
Wo - und was?
Lezthin habe ich darüber nachgedacht, wie der Microblogging-Dienst Twitter sinnvoll einzusetzen sei. Einer meiner Gedanken war, dass Plazes und Twitter eigentlich fusionieren müssten, weil die Frage nach dem Wo immer auch die Frage nach dem Was nach sich zieht.
Offenbar bin ich bei Plazes auch da erhört worden: In 50 Zeichen darf ich bei der Standortmeldung sagen, was ich gerade tue. Das ist zwar toll, aber etwas zu kurz.
Und die Community?
Bleibt noch die Frage, ob ich bald meinen ganzen Freundes- und Bekanntenkreis auf Plazes wiederfinden werde. Ich glaube nicht daran.
Auch wenn mit den neuen "Groups" ein zaghafter Versuch unternommen wurde, Orte und Menschen besser zu strukturieren und in Beziehung zu setzen, sehe ich im Moment nicht, dass sich dieser Bereich zu einer Stärke von Plazes entwickeln wird.
Als Geotagging-Dienst hat Plazes mit der neuen Version, die in Kürze öffentlich vorgestellt wird, aber riesige Fortschritte erzielt.