PostButler: Briefpost lesen via Internet
Wer auch in den Ferien oder auf Geschäftsreisen nicht auf seine gute alte Briefpost verzichten will, kann sich zukünftig vom PostButler der Schweizerischen Post bedienen lassen.
In der gewünschten Periode wird die Post an eine zentrale Sammelstelle weitergeleitet, gescannt und per Email verschickt. Bei der Rückkehr findet man die Originale wie üblich im eigenen Briefkasten.
Tönt praktisch, aber auf den ersten Blick ein bisschen wie ein Aprilscherz, oder?
Ich bin nicht ganz sicher, dass der Idee grosser Erfolg beschieden sein wird, denn es gibt da doch einige Fussangeln:
- Privacy und Security: Irgendwie kann ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass meine Briefpost in irgendeinem Verteilzentrum von einer wildfremden Person geöffnet und gescannt wird. Der Email-Versand ist auch nicht gerade Vertrauen erweckend.
- Der Zeitverzug: Gegenüber der Zustellung im eigenen Briefkasten verliert man bis zu zwei Tage (die Scans erhält man spätestens um 1800 am Folgetag).
- Die Einschränkungen: Dokumente über 5 Seiten, aber auch Einschreiben und weitere offizielle Dokumente wie zB Zahlungsbefehle werden nicht weitergeleitet. Obwohl gerade diese Dokumente in der Regel dringend sind...
- Die Kosten: Pauschal CHF 90 für 14 Tage oder CHF 162 pro vier Wochen sind kein Pappenstiel, gerade wenn keine allzu grosse Briefflut zu erwarten ist.
Jeder Versuch der Post, herkömmliche Dienstleistungen im Internetzeitalter weiter zu entwickeln, ist ja schon an sich und à priori begrüssenswert.
Ob der PostButler einem tatsächlichen Kundenbedürfnis entspricht und die Lösung in der Praxis überzeugen kann, wird sich weisen.

Kommentare