27. April 2007

Für die Zeitschrift ITBusiness habe ich mit Christian Tanner, Projektleiter von swissDIGIN, ein spannendes Gespräch über E-Rechnungen in der Schweiz geführt:
swissDIGIN macht Unternehmen fit für E-Invoicing (PDF)
Zwei interessante Antworten mussten wir im gedruckten Artikel aus Platzgründen weglassen. Hier sind sie als kleiner eBusinessBlog-Bonus.
Global präsente Dienstleister wie Ariba glauben, sie könnten ohne Roaming auskommen. Was sagen Sie ihnen?
Gerade Ariba vetritt sehr stark die Sichtweise des Beschaffers. Setzt eine Einkaufsorganisation auf eine solche globale Plattform, soll sie ihre Lieferanten idealerweise gleich mitziehen. Wenn der Anbieter das durchsetzen kann, braucht es tatsächlich kein Roaming. Der Ansatz verkennt aber die Bedürfnisse der Lieferanten. Ich halte ihn deshalb für nicht besonders nachhaltig.
Sie sind Vice Chair in einem Projekt der UNO mit ähnlichen Zielen wie SswissDIGIN. Dort bekommen Sie bestimmt mit, wie sich E-Invoicing in anderen Ländern entwickelt. Wie schlägt sich die Schweiz im Vergleich?
Ende der 90er Jahre spielte die Schweiz eine Pionierrolle. Jetzt sind wir immerhin noch in der vorderen Hälfte des Feldes. Überholt haben uns die skandinavischen Länder, weil dort die Politik als wesentlicher Treiber von E-Invoicing auftritt. In Dänemark zum Beispiel sind 440'000 Lieferanten per Gesetz verpflichtet, elektronische Rechnungen an öffentliche Beschaffer zu stellen! Allerdings läuft dort nicht alles voll digitalisiert: es wurden auch grosse Scanzentren eingerichtet.