RFID bald an jeder Ecke?

Ob Busticket oder Memberkarten-Implantat im Oberarm: RFID findet langsam den Weg in unseren Alltag.

Die RFID Gazette hat eine Liste mit 15 überraschenden Anwendungen zusammengestellt, die uns schon dieses Jahr begegnen könnten.

Etwas gar futuristisch mutet das japanische Projekt eines wireless island an. Da werden mit RFID die Herzschläge von Senioren überwacht und Autofahrer von irrlichternden Fussgängern gewarnt.

Und: Das Gemüse im Bioladen um die Ecke schickt einem Informationen über seine Herkunft aufs Handy. Darauf haben wir doch alle schon sehnlichst gewartet.

Armeelogistik in Schwierigkeiten


(Bild: LBA)

Letzten November war die Welt noch in Ordnung: Die Logistikbasis der Schweizer Armee gewann für ihr Standardmodell Logistik den Swiss Logistics Award 2006. Die Euphorie hat sich jetzt offenbar gelegt.

Spezialisten von IDS Scheer sollten die Prozesse und die Organisation der Armeelogistik neu definieren und en passant fünf SAP-Systeme in einer einzigen Plattform konsolidieren.

Ende April wurde das ambitiöse Projekt Logistik@V nun begraben. Es erwies sich als zu harter Brocken. Eine LBA-Sprecherin sagte, nach sechs Monaten Arbeit sei erkannt worden, dass das geplante Vorgehen nicht zum Erfolg führe. Es müssten vertiefende Abklärungen getroffen werden, bevor an entscheidenden Prozessen weitergearbeitet werden könne.

Offiziell ist niemand schuld am vorzeitigen Ende - die "grundsätzliche Komplexität der Rahmenbedingungen" hat den Projektpartnern einen Strich durch die Rechnung gemacht. IDS Scheer wird für die bereits geleisteten Arbeiten am Projekt, das auf ein Gesamtvolumen von 18 Millionen Franken veranschlagt war, entschädigt.

Die LBA richtet das Projekt derzeit strategisch neu aus und will es ab Juli wieder in Angriff nehmen. Mit welchem Partner, ist noch offen.

(via Computerwoche)

RFID mit Stahl bei ThyssenKrupp

ThyssenKrupp setzt für den Transport von Stahl zwischen Brasilien und Deutschland RFID ein.

Die ab 2009 in einem brandneuen Werk hergestellten Rohstahlknüppel werden mit speziellen Tags versehen, bevor sie auf die Reise nach Europa gehen. Dort werden sie zu Stäben, Rohren und Blechen verarbeitet.

Dank RFID können die Knüppel im Hafen Duisburg schneller abgeladen und weitertransportiert werden. Ein weiterer Vorteil ist die lückenlose Rückverfolgbarkeit.

Als technische Lösung setzt ThyssenKrupp Sybase iAnywhere ein. Berater von Accenture begleiteten das Projekt.

(via RFID News)

Hürden für RFID

Die RFID Gazette hat sich die Mühe gemacht, detailliert aufzulisten, warum RFID nicht so in die Gänge kommt:

Öffentliche Wahrnehmung und Meinung

  • Aspekte des Persönlichkeitsschutzes
  • Widerstand der Benutzer
  • Falschinformation
  • Widerstand gegen die Technologie aus religiösen Gründen
  • Fehler bei der öffentlichen Kommunikation

Business

  • Kosten für die Tags
    (besonders wenn einzelne Produkte damit versehen werden sollen)
  • Wirtschaftlichkeit schwer oder nicht nachzuweisen
  • zu wenig Kompetenz auf dem Arbeitsmarkt
  • zu wenig Ausbildungsangebote
  • schlechte Nachrichten (zB gescheiterte IPOs)
  • Patentrechtliche Auseinandersetzungen

Sicherheit, Recht und Technologie

  • "Heisses Eisen" Implantate
  • Technische Unzulänglichkeiten
  • Streit um die zu verwendenden Frequenzen (UHF - HF)
  • Rundfunkgesetzgebung in verschiedenen Ländern
  • Sich konkurrenzierende Technologien

Ein bunter Reigen an Hürden, der es den RFID-Anbietern nicht einfach machen wird.

Neue Artikelserie zu RFID

Bei RFID News ist eine Artikelserie (auf Englisch) über die Grundlagen von RFID gestartet. Im ersten Beitrag geht es um die Hardware. Geschrieben werden die Artikel von zwei Co-Autoren des Buchs RFID Applied.

RFID in Logistik-Prozessen

 

Das Mobile Research Center Bremen zeigt in einer Studie auf, welche Potenziale in der RFID-Technologie liegen und wie sie in logistischen Prozessen eingesetzt werden kann.

Die 70seitige Broschüre ist als PDF gratis. Auf Papier kostet sie 20 Euro.

Wo spielt die RFID-Musik?

Die RFID Gazette hat eine Liste mit den 25 Personen, Organisationen und Ländern zusammengestellt, die derzeit am meisten Einfluss auf die RFID-Industrie haben.

Neben den Interessengruppen RFIDba, EPCglobal und RFID Tribe sind vor allem die grossen Anwender ganz vorne dabei, aus erstaunlich unterschiedlichen Gebieten:

Das amerikanische Verteidigungsministerium zwingt seine Lieferanten, ihre Produkte mit RFID-Tags zu versehen - und soll auch Pläne haben, solche Chips in US-Bürger einzupflanzen. Unbedenklichere Ziele verfolgt da die American Library Association. Toyota hat mit einer Pilotanwendung den japanischen Autofabrikantenmarkt aufgemischt.

Als einziger Hersteller von RFID-Technologie hat es Hitachi auf die Liste geschafft: seine Tags sind derzeit die kleinsten und dünnsten der Welt.

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RFID gerät in Vergessenheit?!?

"RFID gerät in Vergessenheit", schreibt Prof. Monse heute bei ECIN. Er läutet damit aber nicht den Abgesang auf RFID ein, wie der Titel glauben machen könnte.

Nein, wir werden RFID vergessen, so wie wir vergessen haben, wie ein Automotor funktioniert oder wie es sich in einem Haus ohne Strom und fliessend Wasser lebt.

Prof. Monse, Geschäftsführender Vorstand des FTK, ist überzeugt, dass wir bald von derart vielen RFID-Anwendungen umgeben sein werden, dass uns die einzelne gar nicht mehr als solche auffällt.

Interessant ist auch der Verweis auf die kostenpflichtige (aber jetzt gerade leider gar nicht erreichbare) Anwendungsdatenbank von IDTechEx, die 2300 Cases aus 85 Ländern auflistet.

Transporte online vergeben mit easyTrans

YW Logo          PL Logo

yellowworld, der E-Business-Ableger der Schweizerischen Post, hat easyTrans vorgestellt. Auf dieser internetgestützten Plattform schreibt PostLogistics zukünftig Transportleistungen aus. Interessierte Transporteure können ihr Angebot online abgeben.

Auch andere Verlader sollen easyTrans bald als Service innerhalb einer beliebigen E-Logistics-Plattform nutzen können. Ausschreibungen können dabei direkt aus Planungs- und Dispositionssystemen übernommen werden.

Zwei neue RFID-Leitfäden

BITKOM Logo

Die Arbeitsgruppe RFID der BITKOM hat einen umfassenden Leitfaden veröffentlicht.

Der RFID-Guide richtet sich vor allem an Organisationsexperten, die für innovative Geschäftsprozesse mit Hilfe neuer Technologien verantwortlich sind. Zudem sollen IT-Experten angesprochen werden, die noch keine Spezialisten für RFID sind. Ziel ist, das Verständnis zwischen IT und Organisation zu verbessern.

Der Leitfaden präsentiert vor allem Fallbeispiele. Je ein Kapitel ist der Personenidentifikation sowie Anwendungen im Handel und der Fertigung gewidmet. Daneben wird aber auch der Regulierungsrahmen mit besonderes Fokus EU ausgeleuchtet.

 

VDEB Logo

Ebenfalls einen Management-Leitfaden für den Einsatz von RFID herausgebracht hat der VDEB.

Ungeachtet des Titels dürfte der typische Manager aber mit dem Dokument wenig anzufangen wissen. Schon im zweiten Kapitel geht es um "Reflexionen und Interferenzen" und "Wirbelstromverluste in leitenden Flächen". Der Leitfaden ist also in Technikerhänden bestimmt besser aufgehoben.

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