Im vergangenen Dezember verglich die Fachzeitschrift Nature in einem vielbeachteten Artikel die Community-Enzyklopädie Wikipedia mit der altehrwürdigen, von einem hochkarätigen Profiteam gepflegten Encyclopaedia Britannica. Nicht ganz unerwartet schnitt Wikipedia dabei sehr passabel ab.

Während Wikipedia die frohe Kunde ganz abgeklärt und bescheiden wiedergab, fühlt sich die alte Dame nun zu einer flammenden Replik unter dem Titel "Fatally flawed" genötigt, in welcher harsche Vorwürfe gegen die Vorgehensweise und die Sorgfalt der Nature-Autoren erhoben werden.

Das lassen sich wiederum diese nicht gefallen. Nature hält an seiner Darstellung fest und bestätigt, dass bei der Untersuchung alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Die Besetzung dieses Kabinettstückchens sagt doch einiges über die Entwicklung des Verlagswesens aus:
  • Wikipedia - ein Verlag, der eigentlich keiner ist - hat innert fünf Jahren mit minimalen, aber genialen Mitteln ein Produkt erschaffen, das offensichtlich mit seit Jahrhunderten etablierten Konkurrenten mithalten kann
  • Encyclopaedia Britannica weiss nichts Besseres, als auf den neuen Konkurrenten zu schiessen, statt seine eigenen Hausaufgaben zu machen
  • Nature - auch kein verlegerisches Leichtgewicht - ist sich nicht zu schade, die neue Situation zu anerkennen.