Wirbel um die Finanzierung von Quaero

Die Aufträge für das deutsch-französische Suchmaschinen- und Digitalisierungsprojekt Quaero sind ohne Ausschreibung vergeben worden.

Dazu sagt das zuständige Ministerium in Chemical Ali-Manier:

"Bei der Aufsetzung von strategischen Großprojekten mit grundlegender Bedeutung sind Ausschreibungen nicht üblich, da hier – auf der Grundlage von vorgegebenen Zielen – die Projektpartner durch die stringente Projektführung ausgewählt werden und das notwendige Projektmanagement durch den Konsortialführer vorgenommen wird."

Hä? Das heisst wohl nichts anderes als:
"Der antiimperialistische Zweck heiligt alle Mittel."

Unglaublich, was die Politik hier fertigbringt. Wenigstens wehren sich einige Unentwegte gegen diesen zum Scheitern verurteilten Stumpfsinn.

(via heise)

NZZ Online übernimmt tragende Rolle

nzz
(Bild NZZ/pd)

Bei der NZZ tut sich einiges: für nächstes Jahr sind eine ganze Reihe von Neuerungen geplant. NZZ Online erhält wesentlich mehr Gewicht.

Fast macht es den Anschein, bei der alten Dame des Zürcher Journalismus bleibe kein Stein auf dem anderen. Die angekündigten Massnahmen betreffen nicht nur das publizistische und verlegerische Angebot, sondern auch die Organisation: es werden Stellen abgebaut.

Grosse Gewinnerin der Neuausrichtung ist die Internetplattform NZZ Online. Sie gibt zukünftig in Sachen Freizeit und Ausgehen alleine den Ton an. Die gedruckte Wochenbeilage "NZZ Ticket" wird eingestellt.

Als zweites Online-Standbein ist das kürzlich lancierte Stellenportal NZZexecutive vorgesehen. Damit möchte die NZZ zum Marktführer für Kader und Spezialistenvermittlung werden. Ebenfalls ausgebaut werden NZZ Mobile und der auf Studierende ausgerichtete NZZ Campus.

Am meisten Aufsehen erregt jedoch, dass bald nur noch eine einzige Nachrichtenredaktion für die "Neue Zürcher Zeitung" und NZZ Online zuständig sein wird. Erklärtes Ziel ist es, den Lesern unabhängig vom Medium möglichst aktuelle und qualitativ hochwertige Informationen zu bieten.

Mit diesem Ansatz ist die NZZ bestimmt auf gutem Weg, ihren Rückstand auf die Konkurrenz wettzumachen. Vorausgesetzt, dass die Klaviatur der verschiedenen Medien konsequent spielt. cash daily zeigt, wie's geht.

 

Konkretes zur Volltextsuche Online

 Aufbau VTO

Endlich gibt es Details zum Projekt Volltextsuche Online des Börsenvereins:

  • VTO wird verschiedene Frontends für Endanwender, Buchhandlungen und Verlage bereitstellen. Shop-Betreiber können über ein API auf die Datenbestände zugreifen.
  • Der Zugriff für Suchmaschinen wird separat gesteuert und ebenfalls vom Rechtekonzept erfasst.
  • Die Zugriffsrechte (Tiefe und Umfang der Darstellung) können für die verschiedenen Benutzergruppen individuell festgelegt werden.
  • Verhandlungen mit Buch-Suchmaschinen über die Bereitstellung des gesamten Titels zur Suche – aber nicht zur Detailanzeige bzw. zur unberechtigten Nutzung – laufen.
  • Verlage zahlen EUR 17 pro Werk und Jahr, um ihre Bücher auf VTO einzustellen. Bis Mitte 2007 gelten Sonderkonditionen.

(Mehr Informationen und FAQ bei VTO)

 

Sind meine Vorbehalte gegenüber VTO damit ausgeräumt?
Ich weiss nicht so recht.

Immerhin ist das Projekt jetzt erstaunlich konkret geworden, und das Konzept macht auf den ersten Blick Sinn.

Wenn bis im Februar 2007 tatsächlich 10'000 Titel und ein funktionsfähiges System verfügbar sind, wird VTO vielleicht doch noch zur Erfolgsgeschichte. Aber nur wenn Google und Konsorten sich auf den beschränkten Zugang zu den Inhalten einlassen. 

Keine Amazon-Geheimnisse für Google

Amazon hat das Ansinnen von Google, auf gerichtlichem Weg Einblick in zentrale Daten des Digitalisierungsprojekts Search Inside zu erhalten, wie erwartet aufs Heftigste zurückgewiesen.

Laut einem Bericht von Business Week führen die Amazon-Anwälte ins Feld, dass es sich bei den verlangten Daten um absolute Geschäftsgeheimnisse handle- Deren Herausgabe stelle für das Unternehmen eine unverhältnismässige Last dar. Google habe zudem nicht glaubhaft machen können, wofür diese Daten in den anstehenden Rechtsstreitigkeiten von Nutzen sein könnten.

Google lehrt Lesen - VTO - Juristenfutter

Im Sog der Frankfurter Buchmesse lässt sich einige Aktivität im ePublishing-Bereich feststellen:

  • Google macht mit dem Literacy Project dem Motto "don't be evil" alle Ehre. Auch wenn das Projekt im Moment noch aussieht wie eine rasch zusammengeschnurpfte Linkseite auf die wichtigsten Google Dienste. Hoffentlich ist da noch etwas mehr Fleisch am Knochen.
  • Der Börsenverein verrät mehr Details über die "Volltextsuche online" (VTO). 70 Verlage und 10'000 will man für den Start im Februar 2007 schon beisammen haben. Derzeit laufen Verhandlungen mit Google über eine "Kooperation".
  • Der gleiche Börsenverein fordert den "schrankenlosen Auskunftsanspruch gegen Provider", um sich bessere Möglichkeiten im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen zu verschaffen.

Apropos Auskunftsanspruch: Google versucht in den USA auf gerichtlichem Weg, vertrauliche Informationen über die Buchscanningprojekte der Konkurrenz von Yahoo, Amazon und Microsoft zu erhalten. Die Daten sollen Google in den Rechtsstreitigkeiten um Google Book Search nützlich sein.

Web 2.0 und die Medien / CASH daily

Eine wunderbar amüsante Polemik auf den Umgang der klassischen Medien mit dem Internet und seinen Kindern gibt es heute bei Spreeblick zu lesen. Ziemlich überzeichnet, aber doch nicht allzu weit von der Realität entfernt.

So wird einem einmal mehr bewusst, dass sich die Zeitungen, Verlage, Radio- und TV-Sender warm anziehen müssen und einiges an frischen Ideen gefragt ist, um eine immer internetaffinere Klientel bei der Stange halten zu können. Dass nicht alle schlafen, beweist derzeit die CASH-Verlagsgruppe.

Cash daily ist, wie CEO Dr. Christoph Bauer gestern am Internet Briefing vortrug, recht gut gestartet und kann nach drei Wochen schon 9500 registrierte User, 10% Online-Nutzung und ansehnliche iTunes-Platzierung für die beiden Podcasts vorweisen.

Wenn nun auch noch die unüberseh- und hörbaren Unzulänglichkeiten ausgemerzt werden, wird das ein Vorzeigebeispiel für medienübergreifende Informationskonzepte.

In den Tischgesprächen nach dem Vortrag wurde der Vorsprung auf Tages-Anzeiger und NZZ vom durchaus sachverständigen Publikum jedenfalls auf mehrere Jahre geschätzt.

 

Cash daily: Anspruch top, Umsetzung... naja

Cash daily definiert sich als "Livepaper" oder "elektronische, interaktive Zeitung".
In der Praxis sieht's dann etwas nüchterner aus:

Hinter dem "persönlichen CASH daily Livepaper" versteckt sich zwar ein netter Browser mit nützlichen Navigationsfunktionen und einigen dynamischen Elementen, aber wirklich personalisierbar, zum Beispiel nach Themen, ist da gar nichts.

Eine einzige Qual ist der Podcast. Das anderswo monierte Baaseldiitsch wäre zu ertragen, wenn es nicht an der allgemeinen Sprachgewandtheit der Sprecherinnen und Sprecher fehlen würde.

Richtig Sorgen bereitet die redaktionelle Qualität. Wenn Aussenschaltungen schon von ständigem Krächzen und Knacken begleitet sind, dürfte doch immerhin zu erwarten sein, dass sich der Interviewer seine Fragen vorgängig überlegt hat und nicht mehrmals fliegend umzuformulieren versucht.

Heute Morgen wurde gleich ein ganzer Beitrag über die Gewinnwarnung und den darauffolgenden Börsentaucher von Yahoo versifft. Das nächste Mal die Pressemeldung genau lesen, bitte. Verlangsamtes Wachstum der Internetwerbung in zwei Kategorien ist nun mal noch nicht mit einem Rückgang gleichzusetzen. Kein Wunder, dass der Interviewpartner von web2com doch etwas ratlos rüberkam.

Mehr über Cash daily gibt es am 3.10. in Zürich bei Internet Briefing (ehemals Internet Efficiency Club), der grössten Schweizer Community von Internet Professionals, direkt von Christoph Bauer, CEO der Cash-Gruppe zu erfahren.

Glaubt CNN echt an Quaero?

Oder geht's nur um werbewirksame Provokation?

CNN wirbt mit diesem Inserat für seine kompetente Berichterstattung über zukünftige Technologie-Trends:

CNN Quaero Inserat

Kaum zu glauben, was das deutsch-französische Suchmaschinenprojekt Quaero schon für Aufsehen erregt.

NB Was zeigt das Hintergrundbild? Grindelwald?

Quaero sagt: "Google ist Web 1.0"

Das antiimperialistische Suchmaschinenprojekt Quaero wird von Frankreich und Deutschland mit über 400 Millionen Euro gesponsert.

Ein Vertreter der Projektpartner trägt bei heise gewaltig dick auf und verspricht bezüglich der Projektziele das Blaue vom Himmel.

An Arroganz nicht mehr zu toppen ist die Aussage, dass man sich mit Google gar nicht erst messen wolle, da es sich dabei um eine "noch im Web 1.0-Zeitalter verhaftete" Organisation handle.

Ambitiös, kann man da nur sagen. Der Herr wird sich an seinen Aussagen messen lassen müssen, wenn die halbe Milliarde ausgegeben ist.

 

University of California macht mit bei Google Book Search

Die University of California bringt mehrere Millionen Bände aus ihrem Bestand von 34 Millionen Titeln in Google Book Search ein. Damit gewinnt das weiterhin von diversen Rechtshändeln geplagte Projekt zunehmend an Fahrt.

(via Reuters)

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