Abacus umschifft SaaS-Ängste
Für KMU ist Software-as-a-Service ein rotes Tuch. Fast niemand kann sich damit anfreunden, kritische Unternehmensdaten ausserhalb des eigenen Hauses liegen zu haben - womöglich sogar im Ausland und auf dem gleichen Server wie die Konkurrenz!
Abacus versucht es ab Mai mit einem Kompromiss. AbacusWebTreuhand deckt Finanz- und Lohnbuchhaltung etwa im Umfang von FibuLight und LohnLight ab, wird aber direkt über einen Webbrowser bedient. Die Software und die Infrastruktur betreibt nicht Abacus selbst, sondern ein Partner, in der Regel der Treuhänder des Kunden.
Was ist von dieser Lösung zu halten?
- Für die anvisierte Klientel - kleinere Unternehmen - ist AbaWebTreuhand eine sorgenfreie und finanziell überschaubare Lösung.
- Treuhänder und Kunde greifen auf einen jederzeit aktuellen Datenbestand zu und können sich die Arbeiten untereinander aufteilen.
- Die Sicherheitsbedenken bezüglich Software-as-a-Service werden elegant umschifft, weil die Daten bei einer Organisation gehalten werden, welcher der Kunde vertraut. Der Zugriff wird über PostZertifikate mit hohem Sicherheitsniveau geregelt.
- Der Funktionsumfang ist relativ klein und wird für viele Unternehmen nicht ausreichen.
- Der Treuhänder muss sich auf ihm vielleicht unbekanntes Terrain vorwagen: Rechenzentrum betreiben, Software aktualisieren und Support leisten.
- Auch wenn er das gut macht, wird er nie die Skaleneffekte einer "echten" SaaS-Lösung wie salesforce.com erreichen können.
Meine Prognose ist, dass sich nach einer gewissen Anlaufzeit maximal eine Handvoll Hostingpartner - vielleicht auch nur einer - etablieren werden, die eine grössere Anzahl von Kunden bedienen. Die Sicherheitsbedenken werden auch bei KMU eher abnehmen und zentralen Infrastrukturen Aufwind geben.
Die Lösung wird weitere Funktionen abdecken müssen, um auch für grössere Unternehmen interessant zu werden. Auftragsabwicklung in Verbindung mit E-Business und CRM sind als nächste Erweiterungen nahe liegend.

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