Wenn SCM echt in die Hose geht...

Wie's rauskommt, wenn grosse Supply Chain Management-Projekte so richtig an die Wand fahren, zeigt diese Sammlung von SCM-Katastrophen (via deal architect). Eindrücklich.

Automobilzulieferer optimieren IT - aber nicht mit RFID

Die deutschen Automobilzulieferer haben es nicht leicht Extremer Kostendruck von den Herstellern, immer teurere Rohstoffe und ständige Bedrohung durch die ausländische Konkurrenz machen ihnen das Leben schwer. Grund genug, sich über eine leistungsfähige IT Gedanken zu machen.

Marktforscher von IDC haben herausgefunden, dass es bei den meisten Zulieferern heute Standard ist, Aufträge elektronisch abzuwickeln. RFID fristet hingegen weiterhin ein Mauerblümchendasein. Über die Hälfte der Unternehmen haben sich noch gar nicht damit beschäftigt.

(via CIO)

SAP: Industrie-Konferenzen im Dreierpack

SAP Logo

SAP organisiert vom 31.1. bis 2.2.2007 in Barcelona drei Konferenzen mit industriellem Fokus:

Die Veranstaltungen finden parallel statt. Wer sich für eine Konferenz anmeldet, hat auch zu den Sessions der beiden anderen Zutritt. Rasch Entschlossene profitieren von einem Frühbucherbonus.

BWI mit umfangreichem SCM-Kursprogramm 2007

BWI Logo 

Die Stiftung BWI Management Weiterbildung und das ETH-Zentrum für Unternehmenswissenschaften haben ihr Kursprogramm 2007 veröffentlicht.

Neben Seminaren in Projektmanagement, Führung und Management-Techniken/Innovation werden verschiedene Veranstaltungen im Bereich Supply Chain Management angeboten.

Das Spektrum der behandelten Themen reicht vom Global Supply Chain Management über das Design von Produktions- und Logistiknetzwerken bis hin zu einem Tagesseminar über "Praktische Ansätze für den RFID-Einsatz".

Detaillierte Kursbeschreibungen und Anmeldung

Mercer: Einkauf ist mehr als ein Preisdrücker

Bei der Unternehmensberatung Mercer findet sich ein interessanter Beitrag zum Thema "Value Sourcing":

In vielen Unternehmen wird der Einkauf noch immer als reines Kosteninstrument verstanden. Durch diese verkürzte Sicht bleibt das Potenzial des Einkaufs als Wachstumsmotor und Wertgenerator innovativer Unternehmen unausgeschöpft. Gerade produzierende Unternehmen haben ihre Wertschöpfungstiefe in den letzten Jahrzehnten um durchschnittlich die Hälfte reduziert. Daher sind sie mehr denn je von der Leistungsfähigkeit ihres Lieferantennetzwerks abhängig. Nur wer die Leistung und das Know-how seiner Lieferanten optimal mit den eigenen Stärken verknüpfen kann, erzielt dauerhafte Wettbewerbsvorteile. Mit dem Value-Sourcing-Ansatz erweitert Mercer Management Consulting die bisher praktizierten Konzepte des strategischen Einkaufs.

(via e-procure Newsletter)

B2B-Integration in der Lebensmittelindustrie: EDI hält sich hartnäckig

Über 95% der B2B-Integrationen in der Lebensmittelindustrie basieren auf klassischem EDI oder "modernen" Varianten davon (Internet-EDI und browserbasiertes WebEDI). Direkte oder indirekte Integrationen auf XML-Basis fristen daneben ein eher kümmerliches Mauerblümchendasein.

Diese doch einigermassen ernüchternde, wenn nicht gar erschreckende Schätzung machte Ralf Wölfle vom Competence Center E-Business Basel der FHNW gestern in seinem Vortrag am Ramco-Kompaktseminar "Supply Chain Management" in Suhr.

Schlimmer noch: Dei beträchtlichen Investitionen der grossen Detailhändler in aufwändige EDI-Lösungen müssen erst einmal amortisiert werden. Es ist also damit zu rechnen, dass sich EDI als Technologie noch jahrelang wird halten können, obwohl längst flexiblere, offenere und damit auch günstigere Lösungen zur Verfügung stehen.

Eine raschere Entwicklung in Richtung der "echten" Internet-Integrationen erwartet Ralf Wölfle nur in Branchen, welche - sei es durch massive Nachfrageveränderungen, sei es durch Impulse von neuen Mitbewerbern (zB Online-Reisebüros) - ohnehin vor grösseren Umwälzungen stehen.

Es gibt aber auch Lichtblicke:

  • Eine Jet-Umfrage von IMC hat im April 2006 ergeben, dass 70% der antwortenden Unternehmen ihre IT-Investitionen in die Bereiche Warenwirtschaft und Logistik fliessen lassen wollen. Die Supply Chain wird damit gegenüber den administrativen Prozessen klar bevorzugt.
  • Die Initiative der FHBB zur Gründung eines B2B-Forums stösst auf reges Interesse. Die Enwicklung der elektronischen Lieferantenanbindung wurde als eines der beiden Kernthemen identifiziert.

(Die Initialveranstaltung des B2B-Forums findet voraussichtlich am 28.6.2006 statt.)

SRM ist auf dem Vormarsch

Der BME und Siemens Business Services haben in einer gemeinsam durchgeführten Studie herausgefunden, dass Unternehmen zukünftig im Einkauf immer stärker auf IT-Lösungen setzen werden, um Kosten zu sparen.

15% der 300 befragten Unternehmen wollen bis 2007 ein SRM-System einführen, 68% die bestehenden Systeme erweitern. Erwartet werden 10-25% Prozesskosteneinsparung und 5-10% Einstandspreisreduktion.

Als Hindernisse bei der Einführung von SRM-Systemen nannten die Befragten vorwiegend: Hohe Aufwendungen für die Einführung und den Betrieb sowie Schwierigkeiten bei der Online-Anbindung der Lieferanten.

"World class" im Einkauf

The Hackett Group, Spezialist für Benchmarking, hat in einer gross angelegten Studie einige interessante Merkmale von Unternehmen herausgefunden, die im Einkauf überdurchschnittlich viel Wertschöpfung generieren:
  • geringerer Kostenaufwand (20% unter dem Durchschnitt)
  • fast um die Hälfte weniger Personal in Einkaufsfunktionen (45 statt 89 Mitarbeitende pro Mia USD Einkaufsvolumen)
  • viel weniger Lieferanten (4171 statt 7710 pro Mia USD Einkaufsvolumen)
  • ausgeprägte Key Supplier Strategie (80% des Volumens bei nur 6% der Lieferanten)
  • strategische Zusammenarbeit zwischen Einkäufern und internen Bedarfsträgern in funktionsübergreifenden Teams

(via Buyer Analytics)

Die Zauberworte heisst also auch hier Effizienz und Kooperation.
Natürlich wurden in der Studie nicht unbedingt KMU berücksichtigt, aber die meisten der "world class"-Prinzipien lassen sich durchaus auch in kleineren Firmen umsetzen.

EDI in der Automobilindustrie: Jeder hat es, wenige tun es

Laut einer Umfrage von Adamus Research im Auftrag des deutschen EDI-Dienstleisters indatex sind von über 900 Automobil-Herstellern und 1st und 2nd tier-Zulieferern 89% technisch zur Business Integration über EDI-Schnittstellen in der Lage.

Genutzt werden diese Möglichkeiten aber erschreckend wenig: 16% der EDI-fähigen Unternehmen setzen EDI gegenüber ihren Lieferanten ein, immerhin 33% gegenüber ihren Kunden (hier zeigt sich die Marktmacht der grossen Autohersteller!).

Einer weiteren Verbreitung im Weg stehen die Komplexität der Anbindungen, fehlendes Knowhow und fehlende IT-Ressourcen. So bleibt das Potential elektronischer Geschäftsprozesse vorderhand nahezu unangetastet, obwohl offensichtlich Kostensparpotentiale vorhanden sind.

Zusammenfassung der Studie
(via ecin)

BPO im Procurement auf dem Vormarsch

Das Konzept, die Beschaffung von indirekten Gütern gleich komplett outzusourcen, scheint an Boden zu gewinnen.

IBM wird dem Parfümhersteller Coty Inc. (u.a. Davidoff, Rimmel, David&Victoria Beckham) die nächsten fünf Jahre in einem breiten Produkte- und Dienstleistungsbereich (Reisen, Facility Management, Telekommunikation, Marketing, Logistik) sämtliche Arbeiten entlang der procure-to-pay-Kette abnehmen.

(via Outsource Reporter)

Der Markt für Procurement-BPO soll in den kommenden Jahren um mindestens 20% pro Jahr wachsen. Die Analysten sind sich aber weitgehend einig, dass der Ansatz weitgehend auf indirekte Güter beschränkt bleiben wird. Die Beschaffung von direkten Gütern wird in den meisten Unternehmen - und das durchaus zu Recht - als Kernkompetenz angesehen, die nicht für ein Outsourcing in Frage kommt.

Beiträge 1 - 10 / 11